Brand an Bord des Luxusliners: Costa-Kreuzfahrtschiff treibt ohne Strom im Meer

Brand an Bord des Luxusliners: Costa-Kreuzfahrtschiff treibt ohne Strom im Meer

Etwa eineinhalb Monate nach der Havarie der "Costa Concordia" ist auf einem anderen Kreuzfahrtschiff der Reederei ein Feuer ausgebrochen. Der Brand im Maschinenraum der "Costa Allegra", die im Indischen Ozean unterwegs ist, sei gelöscht, die Passagiere seien "bei guter Gesundheit". Das teilte die Zentrale der italienischen Küstenwache am Montag nach einem Telefonat mit dem Kapitän des 188 Meter langen italienischen Kreuzfahrtschiffes mit.

Inzwischen ist eine Expertengruppe aus Italien auf dem Weg zu dem Schiff. Insgesamt 14 Experten, darunter Techniker, seien von Genua aus per Flugzeug zu dem Luxusliner im Indischen Ozean unterwegs, teilte der Kreuzfahrtanbieter Costa Crociere am Montag mit. Das Schiff treibt derzeit mit mehr als tausend Menschen an Bord ohne Strom in den Gewässern vor den Seychellen.

Nach Angaben der Reederei Costa Crociere sind 1049 Menschen an Bord, darunter 636 Passagiere. "Das Feuer hat sich in keinen anderen Bereich des Schiffes ausgebreitet, es hat weder Verletzte noch Opfer gegeben", hieß es. Die "Costa Allegra" liegt demnach südwestlich der Seychellen und soll nach dem Ausbruch des Feuers ein Hilfssignal abgegeben haben.

Das Schiff ist wegen eines Motorschadens ohne Antrieb und wartet auf einen Schlepper, wie Cosimo Nicastro von der Küstenwache berichtete. Dieser dürfte das Kreuzfahrtschiff jedoch erst am Dienstagnachmittag erreichen. Der Strom sei ausgefallen, die Bordapparatur sei in Notbetrieb, hieß es. Derzeit sollen drei Handelsschiffe sowie zwei Fischerboote auf dem Weg zur "Costa Allegra" sein. Zudem schickten die Behörden der Seychellen zwei Schlepper und ein Flugzeug.

Der Vorfall hatte sich am Montag unmittelbar auf den Aktienkurs des betroffenen US-Reedereikonzerns Carnival ausgewirkt. Dieser war im frühen Handel an der Wall Street um annähernd 2 Prozent auf 29,50 Dollar gefallen. Damit verpufften binnen weniger Minuten rund 400 Millionen Dollar (300 Millionen Euro) an Börsenwert. Die "Costa Allegra" gehört ebenso wie die havarierte "Costa Concordia" zur italienischen Reederei Costa Crociere. Diese wiederum ist eine Tochtergesellschaft von Carnival.

  • Fotos : So sieht es im Wrack der "Costa Concordia" aus

Bei der Havarie der "Concordia" waren mindestens 25 Menschen gestorben, 7 werden noch vermisst. Das Schiff war am 13. Januar vor der italienischen Insel Giglio mit mehr als 4.200 Menschen an Bord gekentert.

Costa-Aktie fällt

Die Aktie des betroffenen US-Reedereikonzerns Carnival fiel im frühen Handel an der Wall Street um annähernd zwei Prozent auf 29,50 Dollar. Damit verpufften binnen weniger Minuten rund 400 Millionen Dollar (300 Mio Euro) an Börsenwert. Costa Crociere ist eine Tochtergesellschaft von Carnival. Die weltgrößte Kreuzfahrtreederei kämpft wegen des Unglücks im Mittelmeer mit rückläufigen Buchungen, Passagierklagen und den Kosten der Tragödie.

Hier geht es zur Infostrecke: Chronik der schweren Schiffsunglücke

(AFP/dpa)
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