Coronavirus: USA startet Evakuierungsaktion

Wegen Coronavirus : USA und Japan evakuieren Staatsbürger aus Wuhan - Deutschland plant noch keine Maßnahmen

Die Millionenstadt Wuhan ist wegen des Ausbruchs des Coronavirus noch immer unter Quarantäne. Jetzt wollen die USA und Japan eigene Staatsbürger aus der Region nach Hause fliegen.

Angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus haben die USA und Japan am Sonntag angekündigt, ihre Bürger aus dem am stärksten von der Epidemie betroffenen Gebiet in Zentralchina auszufliegen. Für Dienstag sei ein Flug geplant, um US-Behördenpersonal und weitere Staatsbürger aus der Millionenstadt Wuhan nach San Francisco zu bringen, teilte das US-Außenministerium am Sonntag mit. Für Privatpersonen gebe es nur "begrenzte Kapazitäten", schränkte die Behörde ein.

Die Regierung in Tokio bietet Japanern in Wuhan an, sie aus der abgeschotteten Stadt auszufliegen. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe teilt mit, die Behörden bemühten sich derzeit in China um einen Charterflug für alle japanischen Staatsbürger, die Wuhan verlassen wollten.

Eine Evakuierung deutscher Staatsbürger ist vorerst nicht geplant. Aus Regierungskreisen in Berlin verlautete am Sonntag, das Auswärtige Amt stehe in engem Kontakt mit den Betroffenen und mit Partnerorganisationen vor Ort, wie mit der Situation umzugehen sei. Demnach leben in der Region etwa 100 deutsche Staatsangehörige mit ständigem Wohnsitz, die in der Krisenvorsorgeliste des Amtes registriert sind. In diese Liste können Deutsche sich freiwillig eintragen lassen

Die Elf-Millionen-Metropole Wuhan in der Provinz Hubei ist das Zentrum des Virus-Ausbruchs. Nach Behördenangaben gibt es in China mittlerweile landesweit knapp 2000 bestätigte Infektionsfälle, 56 Patienten starben.

Auch Chinas Finanzmetropole Shanghai hat einen ersten Todesfall durch das neuartige Coronavirus gemeldet. Bei dem Toten soll es sich um einen 88-jährigen Mann handeln, der bereits unter bestehenden Gesundheitsproblemen litt, erklärten die Behörden der Stadt am Sonntag. Bisher seien insgesamt 40 Fälle der Atemwegserkrankung in der Millionenstadt bestätigt worden.

Unterdessen breitet sich das Virus auch außerhalb Chinas immer weiter aus: Am Samstag bestätigte Kanada einen ersten "mutmaßlichen" Fall der Krankheit in Toronto. Der vermutlich infizierte Mann sei erst vor wenigen Tagen aus der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan wiedergekommen, wo das Virus zuerst ausgebrochen war, sagte die Leiterin der Gesundheitsbehörde von Toronto.

Auch aus anderen Ländern wurden einzelne Fälle gemeldet, darunter aus Thailand, Japan, Südkorea, Taiwan, Vietnam, Kanada und den USA. Inzwischen hat das Virus auch erstmals Europa erreicht: In Frankreich wurde das Virus am Freitag bei drei Patienten nachgewiesen.

(mja/AFP)