Coronavirus: China verschärft wegen gefährlichem Virus die Kontrollen

Gefährliches Coronavirus : China verschärft die Kontrollen

Das chinesische Neujahrsfest steht vor der Tür und in Peking und anderswo werden die Kontrollen verschärft. In den Behörden geht die Angst um, dass die neue Lungenerkrankung deutlich mehr Menschen infizieren könnte.

Mit erhöhten Vorsichtsmaßnahmen versucht China, den Ausbruch des neuartigen Coronavirus zu kontrollieren. Am Dienstag bestätigten die Behörden einen vierten Todesfall, mehr als 200 Personen haben sich bereits angesteckt. Wegen der wahrscheinlich von Mensch zu Mensch übertragbaren Lungenerkrankung verschärften mehrere Länder ihre Kontrollen von Flugreisenden aus China, darunter Japan, Südkorea und Australien.

Das Virus war den Erkenntnissen zufolge zuerst auf einem Fischmarkt im zentralchinesischen Wuhan ausgebrochen. In der Stadt gibt es inzwischen mindestens 198 Fälle, mehr als 20 andere sind in Peking, Shanghai und in der Provinz Guangdong registriert worden. Auch ins asiatische Ausland ist das Virus mittlerweile gelangt - über chinesische Reisende nach Südkorea, Japan und Thailand. Die Angst in der Bevölkerung stieg, nachdem ein chinesischer Regierungsexperte am Montagabend (Ortszeit) mitteilte, dass das Virus wahrscheinlich von Mensch zu Mensch übertragbar ist.

Von den Kontrollen Flugreisender waren insbesondere solche aus Wuhan betroffen. Beispielsweise gibt es drei Direktflüge von Wuhan nach Sydney pro Woche. Viele Chinesen reisen nach Australien. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe warnte vor dem Virus: „Wir müssen unsere Vorsichtsmaßnahmen erhöhen, da die Zahl der Patienten in China steigt“, sagte er bei einem Treffen mit Ministern.

Der jetzige Ausbruch fällt in eine heikle Zeit, weil in China Feierlichkeiten zum bevorstehenden Neujahrsfest anstehen. Millionen Chinesen sind dieser Tage quer durch das Land unterwegs zu ihren Familien, um gemeinsam den Start des neuen Jahres nach dem Mondkalender zu begehen.

Die Aktienkurse fielen in großen Teilen Asiens. Investoren sorgen sich um potenzielle Auswirkungen des Coronavirus auf den Tourismus und die Wirtschaft. Der Informationsdienstleister IHS Markit kommentierte, der Ausbruch des Sars-artigen Virus in Wuhan könne eine Wirtschaftskrise in der asiatisch-pazifische Region auslösen, da es nun Belege für eine Übertragung von Mensch zu Mensch gebe.

Seit Dezember gibt es mehr als 200 nachgewiesene Fälle der Lungenerkrankung. Epidemiologen sind sich noch nicht sicher, welcher Art das Virus genau ist und wie es übertragen wird. Der Chef eines von der chinesischen Regierung eingesetzten Expertenteams begründete seine Vermutung, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragbar ist, mit einem Vorfall in Guangdong. In der Provinz hätten sich zwei Personen bei Familienangehörigen angesteckt, sagte Zhong Nanshan Staatsmedien zufolge. Die Zeitung „China Daily“ berichtete zudem, mehrere Krankenhausmitarbeiter seien positiv auf das Virus getestet worden.

Die chinesische Regierung will ein ähnliches Szenario wie bei der Sars-Pandemie von 2002 und 2003 verhindern. Damals hatte sich die ebenfalls durch ein Coronavirus verursachte Atemwegserkrankung von Südchina aus auf mehr als zwei Dutzend Länder ausgebreitet. Mehr als 800 Menschen starben.

(ala/dpa)