CNN feuert ihren Kommentator Jeffrey Lord wegen "Sieg Heil"-Tweet

Jeffrey Lord: CNN feuert Kommentator wegen "Sieg Heil"-Tweet

Durch seine provokanten Äußerungen ist der konservative Kommentator Jeffrey Lord bekannt geworden. Nun hat er mit einem "Sieg Heil"-Gruß via Twitter jedoch eine Grenze überschritten. Der US-Nachrichtensender CNN feuerte den 66-Jährigen. Lord selbst spricht von einem Missverständnis.

Salute im Stil der Nationalsozialisten seien unhaltbar, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns am Donnerstag, in der bekannt gegeben wurde, dass sich das Netzwerk von Lord getrennt hat. Der Kommentator hatte den Ausruf an den Chef der liberalen Interessensvertretung Media Matters for America, Angelo Carusone, getwittert.

Die beiden waren in dieser Woche bereits mehrfach in dem sozialen Netzwerk aneinander geraten. Während die Lobbygruppe den Nachrichtensender dafür kritisierte, den bekennenden Unterstützer von US-Präsident Donald Trump angestellt zu haben, bezeichnete Lord die Medienaktivisten als "Faschisten". Dafür bezog er sich auch auf einen Meinungsbeitrag der konservativen Zeitschrift "American Spectator", demzufolge die "Faschisten" von Media Matters for America keine Ansichten zuließen würden, die sie nicht selbst teilten.

Lord: Tweet war Mittel der Verhöhnung

Lord sagte am Donnerstagabend, er respektiere CNN und die Journalisten des Senders. Er sei aber nicht mit der Entlassung einverstanden. Schließlich sei der Tweet nicht als Unterstützung des Nationalsozialismus oder faschistischer Taktiken zu verstehen, sondern als Mittel der Verhöhnung.

"Ich denke, im Werkzeugkasten eines Schreibers, wie man mit Menschen umgehen kann, sind mehrere Möglichkeiten. Eine davon ist, sie zu verspotten", sagte er. Nach der Bekanntgabe seiner Entlassung hatte Lord auf Twitter lediglich "LOL!" (Laughing Out Loud) geschrieben, eine Abkürzung, die Lachen und Belustigung verdeutlichen soll.

Lord ist häufig durch Provokationen aufgefallen

In der Vergangenheit wurde Lord durch diverse andere provokante Bemerkungen bekannt. Im April nannte er Trump den "Martin Luther King" der Gesundheitsversorgung. Im März 2016 hatte er argumentiert, der Ku-Klux-Klan sei eine linksgerichtete Organisation, weil Demokraten ihn vor vielen Jahrzehnten einst unterstützten.

Der Kommentator sagte, er wisse noch nicht, was er als nächstes tun wolle. Für das Recht auf freie Meinungsäußerung wolle er aber weiterhin einstehen.

(beaw/ap)