Christodoulos Xiros - Polizei fasst Griechenlands meistgesuchten Terroristen

Christodoulos Xiros: Polizei fasst Griechenlands meistgesuchten Terroristen

Der griechischen Polizei ist ein Schlag gegen eine linke Terrorgruppe gelungen. Beamte nahmen den 56-jährigen Christodoulos Xiros fest, einen mutmaßlichen Rädelsführer der Organisation 17. November (17N).

Nach einem Jahr auf der Flucht ist einer der meistgesuchten Straftäter Griechenlands wieder hinter Gittern. Der Linksextremist Christodoulos Xiros, der bei einem Freigang untergetaucht war, sei am Samstagmittag nahe Athen festgenommen worden, teilte die Polizei in der griechischen Hauptstadt mit. Der 56-Jährige war demnach bewaffnet auf einem Fahrrad unterwegs, als er gefasst wurde.

Xiros wurde nach Polizeiangaben in Anavyssos südlich von Athen gefasst. Dort habe er in den vergangenen Monaten in einer Mietwohnung gelebt. Xiros ließ sich demnach die Haare lang wachsen, trug einen Bart und eine Brille. Bei seiner Ergreifung habe er eine geladene Pistole mit 14 Schuss Munition bei sich gehabt. Der Linksextremist ließ sich den Angaben zufolge widerstandslos festnehmen. Der griechische Minister für öffentliche Sicherheit, Vassilis Kikilias, begrüßte die Festnahme. Xiros sei ein "Terrorist", erklärte der Minister.

Xiros war Anfang Januar 2014 nach einem Hafturlaub nicht wieder ins Gefängnis zurückgekehrt, wo er wegen mehrerer lebenslanger Haftstrafen einsaß. Kurz darauf drohte er der Regierung mit neuen Anschlägen. In einem von ihm in einem Internetvideo verlesenen Manifest erklärte er Ende Januar, er werde den bewaffneten Kampf fortsetzen.

Xiros warf der Regierung vor, Griechenland durch die Sparpolitik unter dem Druck der internationalen Gläubiger in den Abgrund zu führen. Er gehörte der im Jahr 2002 offiziell aufgelösten linken Extremistengruppe 17. November an und gestand die Verwicklung in neun Attentate, darunter die Ermordung des US-Militärattachés William Nordeen im Jahr 1988.

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Xiros wird verdächtigt, seit seinem Abtauchen in neue Gewalttaten verwickelt gewesen zu sein und mit der Extremistengruppe Verschwörung der Feuerzellen kooperiert zu haben. So wurde seine DNA einige Monate später auf einer an die Polizei verschickten Briefbombe entdeckt, zu der sich die Gruppe bekannte.

Die Organisation 17. November wird für 23 Morde und viele weitere Anschläge in den Jahren 1975 bis 2000 verantwortlich gemacht. Im Jahr 1975 verübte die Gruppe einen Anschlag auf den Leiter des Büros des US-Auslandsgeheimdiensts CIA in Griechenland, Richard Welch, der dabei getötet wurde.

Mit ihrem Namen bezog sich die Untergrundgruppe auf die Studentenrevolte vom 17. November 1973, die von der Militärjunta blutig niedergeschlagen worden war. Das brutale Vorgehen gegen die Studenten leitete den Sturz des Obristenregimes im folgenden Jahr ein.

(dpa)
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