Cholera: Zahl der Verdachtsfälle im Jemen steigt auf über 100.000

Deutsches Rotes Kreuz: Mehr als 100.000 Choleraverdachtsfälle im Jemen

Die Cholera breitet sich im Jemen weiter aus. Der Ausbruch der Durchfallerkrankung hat bis jetzt mindestens 789 Menschen getötet – 101.820 Menschen weisen inzwischen die typischen Symptome auf und gelten als Verdachtsfälle.

Das teilte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) am Freitag in Berlin mit. Die Zahl der Erkrankungen steigt laut DRK-Präsident Rudolf Seiters täglich. "Das Gesundheitssystem im Jemen ist durch die anhaltende Gewalt und fehlenden Zugangsmöglichkeiten für Helfer extrem geschwächt, viele Krankenhäuser sind durch Luftangriffe zerstört."

Hinzu komme, dass es in vielen großen Städten keine funktionierende Trinkwasserversorgung mehr gebe. "Die bisherige Hilfe reicht bei weitem nicht aus", so Seiters.

DRK klärt Bevölkerung über die Krankheit auf

Das DRK leistet nach eigenen Angaben bereits seit 2009 humanitäre Hilfe im Jemen. "Gegen die Cholera stellen wir Infusionen, Desinfektionsmittel, Medikamente, allgemeine Krankenhausausstattung und Hygiene-Pakete bereit, um die größte Not zu lindern", sagte Seiters.

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Zudem biete das DRK Trainings für Krankenpfleger zur Behandlung von Cholera an und gebe Aufklärungsmaterial an die Bevölkerung aus. Gleichzeitig forderte Seiters die internationale Gemeinschaft aber auch auf, die Hilfen für die notleidende und hungernde Bevölkerung im Jemen und am Horn von Afrika zu verstärken.

(isw/KNA)