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Chinesische Studie: 80 Prozent der Infektionen haben milden Verlauf

Chinesische Studie : 80 Prozent der Corona-Infektionen haben milden Verlauf

Nur in wenigen Fällen verläuft eine Corona-Infektion gefährlich. Das zeigt eine umfangreiche chinesische Studie. In rund fünf Prozent der Fällen verläuft die Infektion lebensbedrohlich, besonders gefährlich sind Menschen mit Vorerkrankungen.

Laut der bisher umfassendsten Studie zum neuartigen Coronavirus in China haben die meisten Infektionen einen harmlosen Verlauf. 80,9 Prozent der Infektionen seien als mild einzustufen, heißt es in der Studie, die am Dienstag im „Chinese Journal of Epidemiology“ veröffentlicht wurde und für die das Chinesische Zentrum für Seuchenkontrolle und -vorbeugung Daten über 72.314 Infektionen auswertete. 13,8 Prozent der Fälle sind hingegen ernst, 4,7 Prozent der Infektionen sogar lebensgefährlich.

Das höchste Sterberisiko bei einer Infektion haben der amtlichen Studie zufolge Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gefolgt von Diabetikern, Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen und Bluthochdruck. Unter Kindern bis zum Alter von neun Jahren gab es den Daten zufolge bislang keine Todesfälle, bis zum Alter von 39 Jahren sei die Todesrate mit 0,2 Prozent sehr gering.

Insgesamt liegt die Todesrate bei 2,3 Prozent. Männer haben der Studie zufolge mit 2,8 Prozent ein deutlich höheres Todesrisiko als Frauen mit 1,7 Prozent.

Eine Risikogruppe sind der Studie zufolge Mitarbeiter im Gesundheitsbereich. Von den untersuchten Infektionen wurden 3019 bei dieser Berufsgruppe festgestellt. Fast 86 Prozent der Infektionen wurden bei Menschen festgestellt, die in Wuhan, der Hauptstadt der Provinz Hubei, lebten oder dorthin gereist waren.

Ihren ersten Höhepunkt hatte die Epidemie in China den Studienautoren zufolge zwischen dem 24. und 26. Januar. Seit dem 11. Februar gibt es der Studie zufolge einen „Abwärtstrend“, insbesondere außerhalb der Provinz Hubei. Zugleich warnte das Zentrum für Seuchenkontrolle und -vorbeugung davor, dass sich das Virus durch genetische Mutation anpassen könne und sich so womöglich schneller verbreiten werde. Ärzte müssten daher „wachsam“ bleiben.

In Festlandchina starben nach Behördenangaben mittlerweile fast 1900 Menschen an dem neuartigen Coronavirus. Mehr als 72.000 Infektionen wurden dort seit Ausbruch der Epidemie im Dezember nachgewiesen. In etwa 25 weiteren Ländern, darunter Deutschland, wurden hunderte weitere Infektionen registriert.

Angesichts von zurückgehenden Neuinfektionen außerhalb von Hubei hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Sonntag vor vorschnellem Optimismus gewarnt. Es sei „unmöglich“, den weiteren Verlauf der Epidemie vorherzusagen, betonte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

(c-st/AFP)