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Chinese ersteigert Brieftaube „New Kim“ für 1,6 Millionen Euro

Auktion in Halle : Chinese ersteigert Brieftaube „New Kim“ für 1,6 Millionen Euro

Neuer Weltrekord: Ein Chinese hat bei einer Auktion in Halle 1,6 Millionen für eine dreijährige Brieftaube geboten. Und gewonnen. Was skurril klingt, hat einen bemerkenswerten Hintergrund. In China geht es bei Taubenrennen oft um Millionen.

Eine belgische Brieftaube hat bei einer Auktion den Weltrekordpreis von 1,6 Millionen Euro erzielt. Ein chinesischer Briefraubenfan zahlte am Sonntag für den drei Jahre alten Vogel namens New Kim mehr, als wenn er dessen Gewicht in Gold aufgewogen hätte. In der letzten halben Stunde der Versteigerung lieferte sich der Bieter mit dem Pseudonym Super Duper einen wilden Bieterwettstreit mit einem Landsmann, der sich Hitman nannte. Dabei trieben sie den Preis um mehr als 280.000 Euro in die Höhe.

Die Auktion zeigt einmal mehr, welche Entwicklung das einstige Arbeiterklassenhobby Taubenzüchten genommen hat. Noch vor zehn Jahren stand der Weltrekord bei einem Zehntel des jetzt bezahlten Preises. Doch inzwischen haben reiche Chinesen Taubenrennen für sich entdeckt. Meist werden die Tiere Hunderte Kilometer vom heimischen Schlag entfernt freigelassen und finden dank ihres einzigartigen Orientierungssinns und ihres antrainierten Tempos den Weg zurück. Im Preistopf können dann schon schon einmal zweistellige Millionenbeträge warten.

Belgien galt lange als das Land mit den besten Taubenzüchtern überhaupt. Noch nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der belgische Züchterverband mehr als 250 000 Mitglieder. Heute seien es noch 18 000, sagte der Verbandsvorsitzende Pascal Bodengien der Nachrichtenagentur AP. Vielen sei das Hobby wohl zu langwierig und zeitraubend, denn Bester zu werden sei oft ein Lebenswerk.

So war auch bei der Versteigerung am Sonntag. Der Züchter Gaston Van de Wouwer wollte mit 76 in den Ruhestand, doch sein Sohn hatte neben dem Beruf keine Zeit für den berühmten Taubenschlag. Und so werden alle 445 Tiere versteigert. Am Sonntag kamen dabei fünf Millionen Euro zusammen. Am Montag sollte der zweite Teil der Auktion enden, doch eine mit New Kim vergleichbare Taube stand nicht mehr zu Gebot.

(felt/dpa)