1. Panorama
  2. Ausland

Chefin von "Time's Up"-Aktion Tina Tchen tritt zurück

Initiative gegen sexuelle Belästigung von Frauen : Chefin von "Time's Up"-Aktion Tchen tritt zurück

Sie habe laut Berichten umfangreichen Kontakt zu Andrew Cuomo, einst potenzieller Präsidentschaftskandidat, gehabt, als dieser unter Verdacht der sexuellen Belästigung stand. Tchen ist die ehemalige Stabschefin von Michelle Obama.

Die Geschäftsführerin der "Time's Up"-Bewegung, Tina Tchen, ist wegen Verbindungen zum ehemaligen New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo zurückgetreten. Sie sei sich bewusst, dass sie nicht mehr die richtige Spitzenkraft sei, um "Time's Up" weiterzuentwickeln, sagte Tchen am Donnerstag. Die Bewegung war von Hollywood-Größen gegründet worden, um Frauen gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zu schützen. Tchen, die früher als Stabschefin für die ehemaligen First Lady Michelle Obama arbeitete, hatte "Time's Up" seit 2019 geleitet.

US-Medien zufolge hatte "Time's Up" umfangreichen Kontakt zu Beratern von Cuomo, als dieser an einer Stellungnahme zu Vorwürfen der sexuellen Belästigung von Mitarbeiterinnen arbeitete. Laut den US-Medien hatte Tchen die Veröffentlichung einer Erklärung von "Time's Up" blockiert, die Lindsey Boylan unterstützte, die erste Frau, die den New Yorker Gouverneur öffentlich beschuldigt hatte.

Auch die frühere "Time's Up"-Präsidentin Roberta Kaplan war vor kurzem zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass ihre Anwaltskanzlei eine enge Beraterin Cuomos verteidigt hatte und Kaplan selbst in die Affäre verwickelt war. Ehemalige Mitglieder von "Time's Up" und Missbrauchsopfer warfen der Bewegung vor, Frauen nicht zu schützen.

Cuomo, der einst als potenzieller Präsidentschaftskandidat gehandelt worden war, war in dieser Woche von seinem Amt als Gouverneur zurückgetreten. Er kam damit einer möglichen Amtsenthebung zuvor, nachdem ihm die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James in einem Bericht sexuelle Belästigung in mehreren Fällen vorgeworfen hatte. Der 63-Jährige wies bis zuletzt alle Vorwürfe zurück und sprach von einer politischen Kampagne gegen ihn.

(lils/AFP)