Canterbury: Austauschschüler aus Deutschland in England angegriffen und schwer verletzt

Möglicher rassistischer Hintergrund : Austauschschüler aus Deutschland in England angegriffen und schwer verletzt

Mehrere Jugendliche haben offenbar in Canterbury einen 17-jährigen Austauschschüler aus Deutschland angegriffen. Das berichtet die Zeitung „The Guardian“. Der junge Mann musste notoperiert werden.

Gegenüber unserer Redaktion bestätigte die Polizei den Angriff auf einen Jugendlichen am 6. Juni. Er wurde laut Polizeibericht in ein Krankenhaus in London geflogen und befindet sich in ernstem Zustand. In diesem Zusammenhang seien mehrere Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren aus Canterbury und Umgebung festgenommen worden, heißt es seitens der Polizei. Außerdem habe man einen 44-Jährigen festgenommen, der keinen festen Wohnsitze habe. Letzterer stehe unter dem Verdacht der Beihilfe. Inzwischen wurden alle Festgenommenen auf Kaution freigelassen.

Der Meldung des „Guardian“ vom Sonntagabend zufolge wurde der 17-Jährige im Zentrum der Stadt Canterbury im Südosten Englands angegriffen. Die Polizei gehe unter anderem einem möglichen rassistischen Hintergrund nach. Der Junge habe anscheinend libanesische Wurzeln. Seine Eltern lebten in Deutschland, seien aber keine EU-Bürger.

Das Opfer sei mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus in London geflogen worden und habe notoperiert werden müssen. Eine Labour-Abgeordnete aus Canterbury, Rosie Duffield, habe sich an Innenminister Sajid Javid gewandt, um für die Eltern des Jungen schnell ein Einreisevisum zu besorgen. Am Sonntag sei die Mutter des 17-Jährigen dann in London eingetroffen.

„Wir sind entsetzt über diesen heimtückischen Angriff“, sagte die Parlamentarierin aus der rund 55.000 Einwohner zählenden Universitätsstadt. „Wir möchten klarstellen, dass Canterbury offen für Besucher ist und dass wir andere Nationen respektieren und bewundern. Wir sind sehr bestürzt über diesen Angriff und möchten der Familie des Opfers so viel Unterstützung wie möglich zukommen lassen.“

Der Angriff sei „ein schrecklicher und beschämender Fleck“ auf der sonst friedlichen Stadt, schrieb Duffield auf Twitter. Sie rief die Bevölkerung auf, die Polizei bei den Ermittlungen zu unterstützen.

(zim/hebu/dpa)
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