Mutmaßlicher Täter gefunden Frau und Töchter von BBC-Moderator mit Armbrust getötet

Update | London · Die britische Polizei hat auf der Suche nach dem Mörder der Frau und zweier Töchter von BBC-Sportreporter John Hunt einen Verdächtigen gefunden. Der 26-Jährige sei verletzt, teilte die Polizei mit.

Forensiker suchen am Tatort in Bushey nach Spuren´.

Forensiker suchen am Tatort in Bushey nach Spuren´.

Foto: AP/Jacob King

Der Polizei zufolge hat er sich die Verletzung allerdings nicht bei dem Zugriff zugezogen. Die Polizei fahndete mit einem Großaufgebot nach dem Verdächtigen. Er stammt aus Enfield im Norden Londons, wo er dann auch auf einem Friedhof gefunden wurde. Er steht im Verdacht, die drei Frauen mit einer Armbrust getötet zu haben.

Bei den Getöteten handelt es sich nach Angaben der BBC um die Frau und die beiden Töchter des BBC-Moderators John Hunt. Hunt ist der wichtigste Rennkommentator bei BBC 5 live. Millionen Briten kennen Hunts Stimme durch seine Berichterstattung von den weltberühmten Pferderennen Grand National und Derby.

Die Tageszeitung „Daily Mail“ und andere Medien berichteten, Hunt selbst habe die tödlich Verletzten entdeckt, als er von einer Reportage in Lingfield Park südlich von London nach Hause gekommen sei. Die BBC schrieb in einer Mitteilung an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von einem absolut niederschmetternden Vorfall. Der Sender werde Hunt in jeder erdenklichen Weise zur Seite stehen.

Ob der Verdächtige irgendeine Verbindung zu den getöteten Frauen hatte, teilte die Polizei nicht mit. Medien berichteten jedoch, er sei einst mit einer der Töchter Hunts liiert gewesen. Der BBC zufolge diente er bis 2022 kurz in der Armee.

Die Polizei sprach von einem „gezielten Angriff“. Die Einsatzkräfte waren den Angaben zufolge am Dienstag zu einem Haus in Bushey, im Norden Londons, gerufen worden, wo die drei getöteten Frauen im Alter von 25, 28 und 61 Jahren für tot erklärt wurden. Eine Nachbarin sagte gegenüber Journalisten, es sei eine „nette Familie“ gewesen. „Was passiert ist, ist wirklich traurig, sehr schockierend“, fügte sie hinzu.

Innenministerin Yvette Cooper sprach von einer „wirklich schockierenden“ Tat. Im März war ein 47-Jähriger im Zusammenhang mit zwei Armbrust-Angriffen in London verhaftet worden, bei denen zwei Menschen verletzt worden waren.

Für besonders viel Aufmerksamkeit sorgte ein Fall von 2021, als ein mit einer Armbrust bewaffneter Mann auf das Gelände von Schloss Windsor eindrang und versuchte, die mittlerweile verstorbene Königin Elizabeth II. zu töten. Der psychisch kranke Mann gestand die Tat und wurde im vergangenen Jahr zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Für den Besitz einer Armbrust braucht es in Großbritannien keine Lizenz. Ohne triftigen Grund ist das Tragen dieser Waffen in der Öffentlichkeit jedoch verboten.

(felt/dpa)