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Buschbrände in Australien: Zwei Feuerwehrleute sterben bei Löscharbeiten

Buschbrände wüten seit Wochen : Zwei freiwillige Feuerwehrleute sterben bei Löscharbeiten in Australien

Die verheerenden Buschbrände im Osten Australiens wüten weiter – und fordern nun Opfer unter den Einsatzkräften. Zwei Feuerwehrmänner kamen ums Leben. Premier Morrison bricht seinen Urlaub ab.

Im Kampf gegen die massiven Buschbrände sind im Osten Australiens zwei freiwillige Feuerwehrmänner ums Leben gekommen. Drei weitere seien verletzt worden, jedoch in stabilem Zustand, sagte am Freitag die Regierungschefin des Bundesstaats New South Wales, Gladys Berejiklian. Die Feuerwehrmänner im Alter von 32 und 36 Jahren hatten am Donnerstag in einem Lastwagen-Konvoi Brände südwestlich von Sydney gelöscht, als ein Baum herabstürzte und eines der Fahrzeuge von der Straße rollen ließ. Die Männer, jeweils Vater eines Babys im Alter von 19 Monaten, starben noch vor Ort. Premierminister Scott Morrison kündigte eine vorzeitige Rückkehr aus seinem Urlaub an.

Erst am Donnerstag hatten die Behörden in New South Wales zum zweiten Mal binnen Wochen einen siebentägigen Notstand ausgerufen, um der Feuerwehr einen schnelleren Zugriff auf Ressourcen zu ermöglichen. Allein in dem Bundesstaat kämpfen rund 2000 Einsatzkräfte gegen 100 Buschbrände.

Zuletzt fachten extreme Windverhältnisse und starke Hitze die Flammen an. Am Freitag sorgten niedrigere Temperaturen zwar für Linderung, doch wird für das Wochenende vor Weihnachten wieder mit sengender Hitze gerechnet. Dann könnte es in den westlichen Vororten von Sydney bis zu 45 Grad heiß werden.

Die jährliche Waldbrandsaison in Down Under erlebt eigentlich im Sommer der südlichen Hemisphäre ihren Höhepunkt, begann nach einem ungewöhnlich warmen und trockenen Winter aber viel früher. In den vergangenen Monaten wurden landesweit rund drei Millionen Hektar Land von den Flammen geraubt, sechs Menschen kamen ums Leben und mehr als 800 Häuser wurden zerstört.

In den vergangenen Wochen hing über Sydney immer wieder dichter Rauch. Am Freitag war auch Melbourne von Schwaden umhüllt, es herrschten dort Temperaturen von 44 Grad. Damit war es in der Hauptstadt des Bundesstaats Victoria so heiß wie seit den verheerenden Black-Saturday-Waldbränden im Jahr 2009 nicht mehr.

An Premierminister Scott Morrison regte sich Kritik, weil er in der Buschbrand-Krise mit seiner Familie auf Hawaii Urlaub machte. Nun kündigte er an, am Samstag nach Sydney zurückzukehren. Er entschuldige sich, falls von den Buschbränden betroffene Bürger an seinem Urlaub Anstoß genommen hätten, teilte Morrison mit. Er sei regelmäßig über die Lage auf dem Laufenden gehalten worden. Morrison würdigte auch die zwei in New South Wales getöteten Feuerwehrmänner.

Die Buschbrände haben auch eine Debatte befeuert, ob Morrisons konservative Regierung genug gegen den Klimawandel unternehme. Australien ist der weltweit größte Exporteur von Kohle und verflüssigtem Erdgas. Erst am Donnerstag kampierten Aktivisten vor Morrisons Residenz in Sydney, um dessen Regierung zu entschiedeneren Klimawandel-Maßnahmen aufzufordern.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So heftig wüten die Buschbrände in Australien

(cka/dpa)