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Bundeswehr erlaubt Windräder an Militärflugplätzen

Streit um Flugsicherungsradar : Bundeswehr erlaubt Windräder an Militärflugplätzen

Nach langem Streit hat das Verteidigungsministerium grünes Licht gegeben für Windräder im Umfeld von Militärflugplätzen. Eine neue Software soll die Windräder abschalten und verhindern, dass der drehende Rotor den Flugsicherungsradar der Bundeswehr stört.

Nach einer umfassenden Prüfung könne die Bundeswehr künftig einer Windenergienutzung zustimmen, wenn eine Steuerungstechnik zum Schutz der militärischen Radarsysteme zum Einsatz komme, heißt es in einem Schreiben des Ministeriums an den Bundesverband Windenergie, das der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Ein Unternehmen aus Schleswig-Holstein hat eine Software entwickelt, die Windräder zeitweilig abschalten kann um zu verhindern, dass der drehende Rotor den Flugsicherungsradar der Bundeswehr stört.

"Die zuständigen Dienststellen der Bundeswehr sind bereits angewiesen, den neuen Sachverhalt in ihren Stellungnahmen zu berücksichtigen und gegenüber den Genehmigungsbehörden zu kommunizieren", heißt es in dem Schreiben des zuständigen Referatsleiters im Ministerium. Ein Pilotversuch an den Bundeswehrflugplätzen Rostock/Laage (Mecklenburg-Vorpommern) und Hohn/Alt-Duvenstedt (Schleswig-Holstein) war zuvor positiv verlaufen.

Die Windkraftbranche sieht dies auch als wichtiges Signal mit Blick auf zivile Flughäfen. "Dies schafft zusätzliches Potenzial, um die Energiewende voranzubringen", meinte Verbandspräsident Hermann Albers. Der Fraktionsvize der Grünen, Oliver Krischer, betonte: "Der Druck hat gewirkt. Es war niemanden mehr zu erklären, weshalb im Zeitalter hochmoderner Radarsysteme die Bundeswehr den Bau von Windrädern in der Nähe von Militärflughäfen wegen möglicher Störungen verbietet."

Laut einer Umfrage des Windenergieverbandes waren in den vergangenen Jahren durch mögliche Störungen von Radaranlagen 208 Projekte mit einer Leistung von 3345 Megawatt blockiert worden. Das entspricht mehr als dem durchschnittlichen Zubau der letzten Jahre - die Bundesregierung peilt bundesweit rund 2500 Megawatt pro Jahr an.

(dpa)