Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro beschimpft Greta Thunberg als Göre

Klimaaktivistin bleibt cool : Brasiliens Präsident Bolsonaro beschimpft Greta Thunberg als "Göre"

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg verurteilt die Ermordung zweier Ureinwohner im Amazonas-Regenwald. Brasiliens Präsident nennt sie daraufhin eine „Pirralha“. Die Schwedin findet ihre ganz eigene Antwort darauf.

Brasiliens Präsident hat Greta Thunberg als „Göre“ bezeichnet nachdem die Klimaaktivistin die Ermordung zweier Ureinwohner im brasilianischen Amazonas-Regenwald verurteilt hatte. Jair Bolsonaro bezog sich damit darauf, dass die 16-Jährige die Geschichte über die Tötung der indigenen Brasilianer im Internet geteilt und bewertet hatte.

„Greta sagte, dass die Indios starben, weil sie den Amazonas verteidigten“, sagte Bolsonaro. „Es ist bemerkenswert die Bedeutung zu sehen, welche die Medien einer Göre wie ihr zuschreiben, einer Göre“, sagte Bolsonaro am Dienstag vor Journalisten in Brasília.

Thunberg hatte am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter die Tötung zweier Indigener im nordbrasilianischen Bundesstaat Maranhao am Vortag verurteilt. Es sei eine „Schande“, dass die Welt schweige, während Ureinwohner, welche die illegale Rodung von Wäldern zu stoppen versuchten, umgebracht würden, schrieb Thunberg.

Als Reaktion auf die Aussagen Bolsonaros änderte die junge Schwedin ihre biografische Beschreibung auf Twitter auf „Pirralha“, das portugiesische Wort für Göre, das Bolsonaro verwendet hatte.

„Jeder Tod ist besorgniserregend“, sagte Bolsonaro. Seine Regierung lehne die illegale Abholzung von Wäldern ab. Nach offiziellen Angaben wurden zwischen Januar und Juli dieses Jahres mehr als 6200 Quadratkilometer Waldfläche in Brasilien gerodet – der höchste Wert seit mehr als zehn Jahren.

Experten machen die umstrittene Umweltpolitik des brasilianischen Präsidenten für den Anstieg von Brandrodungen und die Verringerung der Waldfläche verantwortlich. Der seit Jahresbeginn amtierende Bolsonaro ist eng mit der Agrarlobby verbündet und hat Umweltschutzauflagen gelockert.

(juju/AFP/AP)