Brand in Bangladesch: 80 Tote bei Feuer in Hauptstadt Dhaka

Großbrand in Bangladesch : Mindestens 80 Tote bei Flammen-Inferno

Großbrand in Bangaldeschs Hauptstadt Dhaka

Für viele Opfer gab es kein Entrinnen: In Dhaka hat ein Großbrand viele Menschen das Leben gekostet. In dem Wohngebiet wurden auch Chemikalien gelagert, die das Feuer anfachten. Die Zahl der Toten könnte noch steigen.

Bei einem Großbrand in Dhaka sind mindestens 80 Menschen getötet worden. Rund 50 weitere wurden verletzt, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten. Das Feuer brach demnach am Vorabend in der Gegend Chawkbazar in einem Gebäude aus und breitete sich dann rasch auf weitere aus. Da viele Opfer in den Bauten festsäßen, dürfte die Zahl der Toten steigen, sagte ein Beamter in der Einsatzleitstelle von Feuerwehr und Zivilschutz in der Hauptstadt von Bangladesch. Nach mehr als neun Stunden gelang es den Feuerwehrleuten, die Flammen weitgehend unter Kontrolle zu bringen.

In dem betroffenen Viertel Chawkbazar befinden sich auf engem Raum viele Gebäude, die durch enge Gassen getrennt sind. In dieser Enge herrschte reges Treiben und ein Großstau auf den Straßen, weswegen sich Einsatzkräfte nur mit Mühe dem Brandort hätten nähern können, teilten Behördenvertreter mit. Ein Mix aus Wohnungen und Betrieben prägt die Gegend. In vielen Gebäuden dort sind in Erdgeschossen Läden, Restaurants oder Lagerhäuser untergebracht, auf einigen der Stockwerke fanden sich Chemikalien- und Plastikbestände.

Augenzeugen sagten Lokalsendern, dass viele in Gebäuden gelagerte Gaszylinder explodiert seien. Laut den Berichten handelte es sich wohl bei vielen Opfern um Passanten, Kunden oder Restaurantbesucher, die durch die Detonationen rasch den Tod gefunden hätten. Das Feuer habe zudem die Benzintanks einiger Autos explodieren lassen, die vor den zerstörten Gebäuden in einen Stau gerieten.

Viele der geborgenen Leichen seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, schilderte der Beamte in der Einsatzleitstelle, Mahfuz Riben. Opfer würden in Leichensäcken zum Leichenschauhaus einer Klinik gebracht. „Das ist eine sehr schwierige Situation“, sagte er telefonisch der Nachrichtenagentur AP. Samanta Lal Sen, Leiter der Abteilung für Verbrennungen am Dhaka Medical College Hospital, ergänzte, einige der Verletzten seien in kritischem Zustand. Daher sei ein Anstieg der Totenzahl zu befürchten.

Dass die meisten Gebäude zu Wohn- und Gewerbezwecken genutzt werden, hatte im Vorfeld für Kritik gesorgt. Bedenkenträger warnten vor den Risiken hoher Opferzahlen durch Brände, nachdem bei einem Feuer im Jahr 2010 mindestens 123 Menschen umgekommen waren. Die Behörden hatten Regeln für die Gebäudehaltung versprochen. Zudem sollten die Chemikalien-Lager aus Wohnhäusern verschwinden.

In der Vergangenheit kam es in Bangladesch immer wieder zu folgenschweren Bränden und anderen Unglücken. 2012 wurde eine Bekleidungsfabrik am Rande von Bangladesch ein Raub der Flammen. Mindestens 112 Menschen, die hinter verschlossenen Toren festsaßen, kamen damals um. Weniger als sechs Monate später stürzte ein anderes Gebäude mit Bekleidungsfabriken ein. Dabei starben mehr als 1100 Menschen.

(kron/dpa)
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