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Boulder: Schütze tötet zehn Menschen in US-Supermarkt

Großeinsatz in Boulder : Schütze tötet zehn Menschen in US-Supermarkt

Mit einem Großaufgebot hat die Polizei auf einen Schützen in einem Supermarkt im US-Bundesstaat Colorado reagiert. Bei dem Vorfall gab es mehrere Tote, ein Verdächtiger ist in Gewahrsam.

Bei dem Schusswaffenangriff in einem Supermarkt im US-Bundesstaat Colorado sind nach Angaben der Polizei mindestens zehn Menschen getötet worden. „Wir wissen von mindestens zehn Todesopfern“, sagte die Chefin der Polizei in Boulder, Maris Herold. Unter den Getöteten sei auch ein Polizeibeamter. Ein Tatmotiv wurde nicht genannt. Ermittler hätten erst begonnen, Beweismittel und Zeugenvernehmungen auszuwerten, sagte der Staatsanwalt Michael Dougherty.

Zuvor hatte die Polizei gemeldet, ein Verdächtiger sei festgenommen worden. Er sei verletzt. Zum Motiv machte die Polizei mit Verweis auf das frühe Stadium der Ermittlungen keine Angaben.

Die Polizei hatte am Dienstagnachmittag mit einem Großangebot auf einen Notruf reagiert und den Ladenkomplex umstellt. Auch Spezialkräfte waren im Einsatz. Per Lautsprecher riefen die Sicherheitskräfte den Verdächtigen auf, aufzugeben. Augenzeugen berichteten von mehreren Schüssen und regungslosen Menschen auf dem Boden des Supermarktes.

Der getötete 51-jährige Polizist war seit 2010 bei der Polizei. Er traf laut Polizeichefin Herold nach einem Notruf als erster am Tatort ein. „Er war nach allem, was berichtet wird, einer der herausragenden Beamten der Polizeibehörde von Boulder“, sagte Staatsanwalt Dougherty. Sein Leben sei zu früh zu Ende gegangen.

Der zuständige Bezirksstaatsanwalt Michael Doherty sagte: „Es ist eine Tragödie und ein Alptraum.“ Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, teilte mit, US-Präsident Joe Biden sei über den Vorfall im Bundesstaat Colorado informiert worden und werde auf dem Laufenden gehalten.

Boulder liegt etwa 40 Kilometer nordwestlich von Denver und ist Sitz der University of Colorado. In dem US-Staat kam es bereits in der Vergangenheit zu Überfällen mit Schusswaffen und zahlreichen Toten, darunter das Massaker an der Columbine High School 1999 und ein Überfall auf ein Kino in Aurora 2012.

Landesweit war es laut Nachrichtenagentur AP in diesem Jahr in den USA die siebte Tat, bei der ein Schütze zahlreiche Menschen tötete. Zuletzt erschoss ein Mann am 16. März in drei Massagestudios im Großraum Atlanta acht Menschen.

(peng/felt/dpa/AFP/AP)