Botswana und Simbabwe: Schon mehr als 150 Elefanten durch Dürre verendet

Botswana und Simbabwe : Schon mehr als 150 Elefanten durch Dürre verendet

Wegen der Dürre im Südosten Afrikas sind in Botswana und Simbabwe bereits binnen zwei Monaten mehr als 150 Elefanten verendet.

Auch die Tierwelt in anderen Ländern der Region sei von der Dürre betroffen, gab die Regierung von Botswana am Dienstag bekannt. Mehrere südafrikanische Länder leiden derzeit unter einer seit Monaten anhaltenden Dürre begleitet von ungewöhnlich hohen Temperaturen.

Durch die Dürre sind Wasserlöcher ausgetrocknet und Grasflächen verdörrt. Für Tiere wird das Überleben somit immer schwieriger. Das Umweltministerium von Botswana gab nun bekannt, seit Mai sei die Zahl der verstorbenen Tiere im Chobe Nationalpark deutlich angestiegen. "Über hundert Elefanten sind in den vergangenen zwei Monaten gestorben", hieß es in einer Erklärung. Allein diese Woche seien es 13 gewesen. Auch im benachbarten Simbabwe starben binnen eines Monats mindestens 55 Elefanten.

Eine Vermutung in Botswana ist, dass die Elefanten wegen der Dürre Erdboden mitfressen. Dadurch nehmen sie oft Milzbrand-Bakterien auf. Weil sie wegen der Dürre weite Strecken auf der Suche nach Futter und Wasser zurücklegen, sind die Dickhäuter aber ohnehin schon geschwächt.

Im Hwange-Nationalpark, dem größten Wildreservat Simbabwes, sind die Auswirkungen der durch ein El-Niño-Klimaphänomen ausgelösten Dürre ebenfalls verheerend. Der Park sei für 15.000 Elefanten angelegt, beherberge aber mehr als 50.000 der Tiere, sagte Farawo. Überdies sei das Wasser knapp. "Wir warten verzweifelt auf Regen", sagte Farawo weiter.

Die Uno warnte derweil vor Ernährungsengpässen für mehr als fünf Millionen Simbabwer bis zur Erntezeit im kommenden Jahr. Gefährdet sind die Menschen in Simbabwe auch wegen der hungrigen Elefanten. Immer wieder kommt es vor, dass die Tiere auf der Suche nach Nahrung menschliche Siedlungen angreifen. In den vergangenen fünf Jahren seien 200 Menschen bei solchen Vorfällen ums Leben gekommen und mindestens 7000 Hektar Land zerstört worden, sagte Farawo.

Simbabwe und eine Reihe weiterer afrikanischer Länder setzen sich für die Lockerung eines weltweiten Elfenbeinhandelsverbots ein, um die Zahl der Dickhäuter und das Risiko für die Menschen und ihre Ernte zu verringern.

(felt/AFP)
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