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Boogaloo-Bewegung: Rechtsextremist tötet Polizisten bei Anti-Rassismus-Demo

Anhänger der „Boogaloo-Bewegung“ : Mutmaßlicher Rechtsextremist des Mordes an US-Polizisten beschuldigt

Der Luftwaffen-Unteroffizier hatte den Beamten während eines „Black-Lives-Matter“-Protestes in Kalifornien erschossen. Bei seiner Festnahme tötete er einen weiteren Polizisten. Der Mann gehört mutmaßlich einer US-Bewegung an, die einen Bürgerkrieg anstrebt.

In den USA ist ein kalifornischer Luftwaffen-Unteroffizier mit Verbindungen in die rechtsextremistische Szene am Dienstag des Mordes am einem Polizisten während der Black-Lives-Matter-Proteste beschuldigt worden. Wie das Justizministerium mitteilte, erschoss der Unteroffizier Steven Carrillo den Polizisten aus Oakland im Bundesstaat Kalifornien aus einem fahrenden Auto heraus bei einer Anti-Rassismus-Demonstration am 29. Mai gegen den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis.

Carrillos Auto wurde acht Tage später weiter südlich bei Santa Cruz entdeckt. Als die Polizei sich dem Haus Carrillos näherte, beschoss dieser die Polizisten aus einem Hinterhalt und tötete einen weiteren Beamten. Nachdem er ein weiteres Auto gestohlen hatte, konnte Carrillo gestellt und festgenommen werden.

Nach Behördenangaben soll der Luftwaffen-Sicherheitsexperte Verbindungen zur sogenannten Boogaloo-Bewegung haben. Mit "Boogaloo" bezeichnen Rechtsextremisten in den USA einen von ihnen angestrebten Bürgerkrieg. Anhänger der Bewegung tragen häufig offen Sturmwaffen und zeigen sich in militärischer Kluft. Örtlichen Medienberichten zufolge hatte Carrillo Waffen, Munition und Material zum Bombenbau in seinem Fahrzeug und in seinem Haus und schrieb bei seiner Festnahme das Wort "boog" mit seinem eigenen Blut auf die Motorhaube eines Autos.

Es war bereits das zweite Mal, dass Rechtsextremisten im Zusammenhang mit den Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt festgenommen wurden. US-Präsident Donald Trump und Justizminister Bill Barr haben dagegen wiederholt behauptet, die Proteste und teilweisen Ausschreitungen würden von linksgerichteten Demonstranten der "Antifa" ausgehen. Bei hunderten Festnahmen landesweit konnte dies bislang jedoch nicht belegt werden.

(anst/AFP)