Säureattacke auf Sergej Filin: Bolschoi-Balletttänzer schuldig gesprochen

Säureattacke auf Sergej Filin : Bolschoi-Balletttänzer schuldig gesprochen

Anfang des Jahres wurde dem Balettchef des berühmten Moskauer Bolschoi-Theaters mit Säure das Gesicht verätzt. Im Prozess sind am Dienstag alle drei Angeklagten schuldig gesprochen worden. Hintergrund der Tat war nach Überzeugung der Ermittler ein Racheakt.

Wegen des Säureanschlags auf den künstlerischen Direktor des Moskauer Bolschoi-Theaters ist der Startänzer Pawel Dmitritschenko am Dienstag zu sechs Jahren Straflager verurteilt worden. Das Gericht in der russischen Hauptstadt blieb damit hinter dem von der Staatsanwalt geforderten Strafmaß zurück, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Juri Saruzki, der den Angriff auf Sergej Filin ausführte, wurde zu zehn Jahren Haft und der Fahrer des Fluchtautos, Andrej Lipatow, zu vier Jahren verurteilt. Richterin Elena Maximowa hatte die drei Angeklagten zu Beginn der Urteilsverkündung wegen "vorsätzlicher schwerer Körperverletzung" schuldig gesprochen.

Die Anklage hatte vergangene Woche neun Jahre Straflager für Dmitritschenko gefordert, der als Drahtzieher vor Gericht stand, aber die Tat bis zuletzt bestritt. Für Saruzki, der die Tat gestanden hatte, forderte die Staatsanwaltschaft zehn Jahre Haft, für Lipatow, den Fahrer des Fluchtautos, sechs Jahre.

Bolschoi-Direktor Sergej Filin war am 17. Januar in Moskau überfallen und mit Säure übergossen worden. Dabei erlitt er schwere Verätzungen im Gesicht und verlor teilweise seine Sehkraft. Anschließend wurde er in Deutschland in einer Klinik behandelt. Nach mehreren Operationen in Deutschland kehrte er im September nach Moskau zurück, um seine Arbeit wieder aufzunehmen.

Nach Überzeugung der Ermittler hatte sich Dmitritschenko dafür rächen wollen, dass Filin ihm und seiner damaligen Freundin Anshelina Woronzowa große Rollen verweigerte. Der 29-jährige Solotänzer beteuerte vor Gericht, er habe gewünscht, dass Filin verprügelt werde, den Säureangriff habe er aber nicht angeordnet. Er sei daher nur bereit, für Schläge verurteilt zu werden. Saruzki gab an, den Säureangriff auf eigene Faust verübt zu haben.

(ap/afp)
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