Boko-Haram: Zahl der Todesopfer unklar

Boko Haram-Massaker : Zahl der Todesopfer in Nigeria unklar

Bei einem Großangriff der Islamistenmiliz Boko Haram im Nordosten Nigerias sind am Mittwoch viele Menschen ums Leben gekommen. In Medienberichten war zunächst von 2000 Opfern die Rede. Ein Sicherheitsbeamter im Bundesstaates Borno sprach am Donnerstag indes von mehreren hundert Toten.

"Viele Menschen in den Dörfern fliehen jetzt in den Busch", fügte er hinzu. Die Katastrophenschutzbehörde bereite einen Hilfseinsatz vor.
Der Vorsteher des betroffenen Bezirks Baga, Alhaji Baba Abba Hassan, sagte örtlichen Medien zufolge, es gebe womöglich mehrere hundert Todesopfer.

Beide Beamte wiesen Medienberichte entschieden zurück, wonach bei den Angriffen vom Mittwoch bis zu 2000 Menschen getötet worden seien. Da in der abgelegenen Region Telefone nur noch eingeschränkt funktionieren, dauert es häufig länger, bis es belastbare Informationen von dort gibt. "Ich bekomme weiter neue Informationen über die Angriffe", räumte der Bezirksvorsteher ein.

Die Europäische Union zeigte sich schockiert über die jüngsten Angriffe. Der gegen die unschuldige Zivilbevölkerung gerichtete Terror habe Berichten zufolge Hunderte Todesopfer gefordert und Tausende vertrieben, hieß es in einer Mitteilung der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini.

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Boko Haram will im Norden Nigerias und in den angrenzen Gebieten Kameruns und des Tschads einen Gottesstaat errichten. Bei Terroranschlägen der sunnitischen Organisation sind im ölreichen westafrikanischen Staat Nigeria allein in diesem Jahr Tausende Menschen getötet worden. Zuletzt mehrten sich die Anschläge immer mehr, was Experten auch mit der Mitte Februar anstehenden Präsidentenwahl in Verbindung bringen.

Staatschef Goodluck Jonathan verurteilte in einer Wahlkampfrede am Donnerstag das Attentat auf die Redaktion des Satireblattes "Charlie Hebdo" in Paris. Er sagte lokalen Medien zufolge aber nichts zu den jüngsten Boko-Haram-Angriffen im Norden des Landes.

Die Terrorgruppe hatte Baga schon vor wenigen Tagen angegriffen, eine Militärbasis übernommen und Teile der Stadt niedergebrannt. Die Anwohner seien ins Nachbarland Tschad geflohen, berichteten örtliche Medien. Es habe viele Tote gegeben.

(dpa)
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