Boden-Ampeln in den Niederlanden zum Schutz von Smartphone-Nutzern

Gefährliche Handynutzung: Niederländische Stadt setzt auf Bodenampeln

Neue Smartphone-Ampeln in den Niederlanden

Ob eine Ampel rot oder grün zeigt, sehen die Fußgänger im niederländischen Bodegravens, ohne den Kopf zu heben: Dort zieren jetzt moderne Bodenampeln die Bürgersteige. Das soll vor allem Smartphone-Nutzer vor Unfällen bewahren.

Fußgänger mit gesenktem Kopf, die den Blick auf ihr Handy richten statt auf die Straße, sieht man überall. Die Smartphone-Nutzung führt immer häufiger zu gefährlichen Situationen und Unfällen im Straßenverkehr. Im schlimmsten Fall endet der Blick aufs Display für einen Fußgänger tödlich. In Bodegravens in den Niederlanden gibt es deshalb jetzt Bodenampeln: Lichtleisten im Asphalt warnen die Fußgänger zusätzlich und sollen insbesondere Menschen mit Smartphone vor Unfällen schützen.

"Wir haben beobachtet, dass immer mehr Menschen ihr Smartphone im Straßenverkehr nutzen", sagt der Verkehrsingenieur und Projektleiter der Gemeinde, Dolf Roodenburg. Einer Studie zufolge sei einer von fünf Fahrradunfällen bei 12- bis 18-Jährigen auf Smartphones zurückzuführen.

Besonders gefährdet sind junge Menschen, die sogenannte "Generation Kopf unten" - oft abgelenkt und unaufmerksam durch Smartphone oder Kopfhörer. In Düsseldorf starb Anfang Januar eine 22-Jährige, als sie auf dem Weg zu einer Haltestelle die Bahngleise überquerte und von einer Stadtbahn erfasst wurde. Sie trug Kopfhörer.

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Ihr Tod ist kein Einzelfall. Schon 2012 starb ein Mann in Düsseldorf beim Überqueren einer Straße, weil er eine Bahn nicht hörte. Jährlich steigt die Zahl der Schwerverletzten durch ähnliche Unfälle. In Frankfurt wurden deshalb bereits 2010 Bodenampeln installiert, die auch solche Fußgänger vor Bahnen warnen, die auf ihr Handy starren oder durch Musik im Ohr abgelenkt werden.

Das Thema bereitet deutschen Nahverkehrsunternehmen seit Jahren Kopfzerbrechen. In Düsseldorf lehnt die Polizei sogenannte "Bompeln" jedoch ab, die auch die Stadt Köln voriges Jahr testweise einbaute. "Wir wollen nicht mit mehr Technik ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen", kommentierte das der Polizeisprecher André Hartwich.

Die Stadt Köln hatte ihren "Bompel"-Test nach wenigen Monaten als uneffektiv eingestellt. Stattdessen sollen die Ampeln in den kommenden Jahren nach und nach umgestaltet werden und größere Signale sowie ein anderes Design erhalten.