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Bettwanzen: Frankreich sagt Schädlingen den Kampf an

Regierung ergreift Maßnahmen : In Frankreich machen sich die Bettwanzen breit

Viele Franzosen wissen nicht, wie sie auf die Plage reagieren sollen. Jetzt sollen Bürger für das Problem sensibilisiert werden. Sogar eine kostenlose Hotline wurde eingerichtet.

Frankreichs Regierung will Bettwanzen den Garaus machen. Franzosen können sich seit Freitag auf einer neuen Webseite über die fiesen Schädlinge informieren. Außerdem gibt es eine kostenlose Hotline, bei der sich Betroffene informieren können. Die Wanzen seien zwar in Frankreich seit den 1950er Jahren verschwunden gewesen, heißt es. Doch kämen sie nun wieder im Land vor. Als Ursache sieht die Regierung internationale Reisen und Resistenzen gegen Insektizide. Die Zahl der Bettwanzen habe sich innerhalb von zwei Jahren verdoppelt, berichteten französische Medien.

„Die Franzosen sind hilflos, wenn sie unter diesen Wanzen leiden, sie wissen nicht, was sie tun sollen“, sagte der für Wohnungsbau zuständige Minister Julien Denormandie dem Sender Europe 1. Ziel der französischen Regierung ist nun, Fachleute besser auszubilden und ein Zertifizierungssystem einzurichten. Auf der neuen Webseite finden Franzosen wichtige Tipps: So sollen sie bei Reisen ihren Koffer im Hotel nicht aufs Bett stellen und ihn nach der Rückkehr mit einem Staubsauger aussagen. Getragene Kleidung soll bei 60 Grad gewaschen werden. „Es sind kleine, konkrete Gesten, die verhindern können, dass Sie diese kleinen Biester in Ihrem Haus haben“, so der Minister.

Bettwanzen saugen Blut und leben in bewohnten geschlossenen Räumen. Sie verstecken sich etwa in Betten, hinter Bildern, in Möbelfugen oder Ritzen. Sie werden zum Beispiel im Gepäck an andere Orte gebracht, aber auch durch getragene Kleidung oder antike Möbel. Ihre Verstecke sind an schwarzen Kottropfen zu erkennen. Ihr Stich kann starken Juckreiz verursachen – die reihenartige Anordnung der Stiche ist auch als Bettwanzen-Straße bekannt.

(c-st/dpa)