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L'Oréal-Milliardärin verliert gegen Tochter: Bettencourt bleibt unter Vormundschaft

L'Oréal-Milliardärin verliert gegen Tochter : Bettencourt bleibt unter Vormundschaft

Die reichste Frau Frankreichs, die L'Oréal-Milliardärin Liliane Bettencourt, bleibt unter Vormundschaft ihrer Tochter. Ein Berufungsgericht in Versailles bei Paris wies am Mittwoch einen Widerspruch der 89-Jährigen gegen ihre Entmündigung zurück, wie es aus Justizkreisen hieß.

Die alte Dame war vor drei Monaten wegen fortschreitender Demenz entmündigt worden. Die Verwaltung ihres Vermögens wurde der 58-jährigen Tochter Françoise Bettencourt-Meyers und ihren zwei Enkeln übertragen. Mutter und Tochter hatten sich über Jahre einen erbitterten Streit geliefert.

Die einzige Tochter der L'Oréal-Milliardärin hatte die Entmündigung ihrer Mutter vorangetrieben, weil sie Liliane Bettencourt von Mitarbeitern und Beratern ausgebeutet sah. Dem Künstler François-Marie Banier warf die Tochter vor, ihrer Mutter fast eine Milliarde Euro aus der Tasche gezogen zu haben.

Die alte Dame kämpfte vergeblich gegen ihre Entmündigung und wollte letztlich, dass zumindest die Verwaltung ihres Vermögens an Dritte übergeben wird. Persönlich steht sie seit Oktober unter Vormundschaft ihres ältesten Enkels Jean-Victor Meyers, der 25 Jahre alt ist.

Der öffentlich ausgetragene Familienstreit im Hause Bettencourt hatte eine Reihe von Affären ausgelöst, die auch die konservative Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy erschütterten.

Neben Steuerhinterziehung wurde Liliane Bettencourt vorgeworfen, illegale Parteispenden an die konservative Regierungspartei UMP übergeben zu haben. So untersuchte die Justiz, ob 2007 eine Spende von 150.000 Euro für Sarkozys Präsidentschaftswahlkampf floss.

Das Vermögen von Liliane Bettencourt, der Hauptaktionärin des Kosmetikkonzerns L'Oréal, wird laut US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" auf 17 Milliarden Euro geschätzt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: L'Oreal-Erbin Bettencourt von Tochter entmündigt

(AFP)