Bestattung von Roma-Säugling: Nach der Verweigerung nun Ermittlungen

Rassismus-Vorwürfe : Ermittlungen nach Verweigerung von Bestattung von Roma-Baby

Nach der mutmaßlichen Verhinderung einer Beerdigung eines toten Roma-Babys in einer französischen Gemeinde drohen den Verantwortlichen nun mögliche Konsequenzen.

Der Ombudsmann Jacques Toubon kündigte in einem Interview des Radiosenders Europe 1 an, Ermittlungen in dem Fall einzuleiten. Dazu werde er ab Montag alle Seiten anhören.

Der Bürgermeister von Champlan, Christian Leclerc, soll einem kurz nach Weihnachten an Kindstod gestorbenem Baby einer Roma-Familie eine Bestattung in seinem Ort verweigert haben. In einem jüngsten Bericht der Tageszeitung "Le Parisien" wurde er mit der Begründung zitiert, die wenigen Grabstätten sollten jenen vorbehalten sein, die Steuern zahlten.

In der Folge brach ein Sturm der Entrüstung los. Premierminister Manuel Valls kritisierte die mutmaßliche Bestattungsverweigerung über Twitter als "eine Beleidigung dessen, was Frankreich ausmacht."

Am Sonntag dementierte Leclerc den Bericht jedoch. Vielmehr habe es unter den städtischen Mitarbeitern Verwirrung über seine Anordnungen gegeben, bevor er sich in den Urlaub verabschiedet habe. Im Gespräch mit dem TV-Sender iTele sprach er von "einem Missverständnis in der Entscheidungskette."

Das tote Baby soll nun im Nachbarort Wissous beerdigt werden. Bürgermeister Richard Trinquier hatte zuvor eine Grabstätte angeboten für das Kind angeboten.

(ap)
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