Verfolgungsjagd: Belgische Polizei schießt auf verdächtiges Fahrzeug

Verfolgungsjagd: Belgische Polizei schießt auf verdächtiges Fahrzeug

Die Brüsseler Polizei hat nach einer wilden Verfolgungsjagd im Stadtteil Molenbeek auf ein Auto geschossen. Sie hatte Sprengstoff im Fahrzeug vermutet.

Der Fahrer habe zu Polizisten gesagt, dass sich Sprengstoff in dem Fahrzeug befinde, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ine Van Wymersch, am Dienstag. Allerdings sei in dem Fahrzeug "nichts Verdächtiges gefunden" worden.

Die Polizei habe einen Schuss abgegeben, der Wagen sei während der Verfolgung an zwei Kollisionen beteiligt gewesen. Die Polizei sei auf das Fahrzeug aufmerksam geworden, nachdem der Fahrer über Rot gefahren sei. "Als sie die Person (aus dem Auto) herausgezogen haben, hat er gleich behauptet, dass sich Sprengstoff im Inneren befindet", sagte Van Wymersch. Der Mann sei alleine gewesen, niemand sei verletzt worden. Bombenräumexperten des Militärs seien herbeigerufen und das Gebiet von der Polizei abgesperrt worden.

Einige Menschen hätten vorsorglich in nahegelegenen Geschäften bleiben müssen, sagte Van Wymersch. Polizeisprecherin Dorothee Cattrysse sprach von 400 bis 500 Personen, die sich in den Läden aufhalten mussten.

Ein Polizist spricht im Stadtteil Molenbeek in Brüssel mit zwei Soldaten. Foto: dpa, Olivier matthys wal abl
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Es war zu sehen, wie die stark geschützten Bombenentschärfungs-Experten Plastiktüten mit Gegenständen aus dem Auto entfernten. Das Auto war von mehreren Polizeifahrzeugen umgeben. Rund drei Stunden nach dem Vorfall schien die Gegend um das Auto sicher zu sein.

Brüssel befindet sich seit den Selbstmordanschlägen auf den Flughafen Brüssel-Zaventem und eine U-Bahn-Station im März 2016 mit insgesamt 32 Toten in erhöhter Alarmbereitschaft. Viele Verdächtige, die mit den Taten sowie den Pariser Terroranschlägen vom November 2015 in Verbindung gebracht wurden, lebten in Molenbeek oder hielten sich vorübergehend dort auf.

(ap/heif)