Eidgenossen stimmen Sonntag ab: Bekommen Schweizer Tiere bald einen Anwalt?

Eidgenossen stimmen Sonntag ab: Bekommen Schweizer Tiere bald einen Anwalt?

Zürich (RPO). Hunde und Katzen, die sich schlecht behandelt fühlen, könnten in der Schweiz bald gegen ihre Herrchen klagen. Denn die Eidgenossen stimmen an diesem Sonntag über eine Volksinitiative ab, die den Tieren eine Stimme geben soll. Gefragt wird, ob das Alpenland einen Tierschutzanwalt einsetzen soll.

Konkret geht es dabei um misshandelte und gequälte Tiere, die einen besseren Schutz erhalten sollen. Wie die Initiative Tierschutzanwalt auf ihrer Webseite berichten, wollen sie eine Änderung des Artikels 80 Absatz 4 und 5 in der Bundesverfassung erwirken. Absatz 4 regelt den Rechtsschutz von Tieren. Neu soll dann in Paragraf 5 stehen, dass bei Strafverfahren wegen Tierquälerei oder Verstößen gegen das Tierschutzgesetz ein Tierschutzanwalt "die Interessen der misshandelten Tier" vertritt (www.tierschutzanwalt.ch).

Seither diskutiert die Schweiz heftig über die Initiative. Medien wie die "Basler Zeitung" lassen ihre Leser darüber abstimmen, ob sie einen Tierschutzanwalt wollen. 53 Prozent waren in dem Basler Blatt dagegen. Anderen Umfragen zufolge befürwortet die Mehrheit der Bürger die Schaffung dieses Postens.

Unmut löst die Initiative laut "Tagesanzeiger" bei den Schweizer Bauern aus. Sie befürchteten, dass sie strenger kontrolliert würden und eine Haftpflichtversicherung brauchten. Der Schweizer Tierschutz dagegen argumentiert laut dem Blatt, dass ein Tierschutzanwalt für einen guten Ruf der Nutztierhaltungen in der Schweiz sorge und damit direkt den Interessen der Bauern diene. Doch schon jetzt, heißt es in dem Bericht, könnten die Kantone in Eigenregie einen Tierschutzanwalt einsetzen, wenn sie dies für wichtig erachteten. Die Initiative aber will die Kantone dazu zwingen, einen solchen Anwalt einzusetzen.

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Auf wenig Gegenliebe stößt die Initiative auch bei den Politikern. Zumindest empfehlen Bundesrat und Parlament laut "Jungfrau Zeitung" die Initiative abzulehnen. Die Grünliberalen dagegen sprachen sich für den Tieranwalt aus.

Unterstützung dagegen gibt es sogar von zahlreichen Prominenten. So hat nach Angaben der "Neuen Züricher Zeitung" der französische Filmstar Alain Delon, der auch die Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt, sich in die Liste der Unterstützer eintragen lassen. Neben Künstlern gehörten auch Sportler, Unternehmer, Professoren, Anwälte und Tierärzte zu den Befürwortern. Sogar bei Facebook versammeln sich die Fans. Eine Woche vor der Abstimmung seien es 6390 gewesen, so das Blatt.