Iran: Beamter zieht Aussage zu Steinigung Aschtianis zurück

Iran : Beamter zieht Aussage zu Steinigung Aschtianis zurück

Die Iranerin Sakineh Mohammadi Aschtiani ist zum Tod durch Steinigung verurteilt worden. Angeblich soll ein ranghoher iranischer Justizbeamter gesagt haben, die vorgesehene Hinrichtung könne auch mit dem Strang ausgeführt werden. Der Beamte sieht sich allerdings falsch zitiert mit der Aussage. Seine Äußerungen seien "verkürzt und falsch" wiedergegeben worden.

"Der Fall nimmt seinen normalen Gang gemäß dem Gesetz", sagte der sagte der Chef der Justizverwaltung in der Provinz West-Aserbaidschan, Malek Aschdar Scharifi, am Mittwoch iranischen Zeitungen.

2006 verurteilt

Die iranische Nachrichtenagentur Fars hatte Scharifi am Sonntag mit der Aussage zitiert, da er nicht über "die Mittel zur Vollstreckung der Steinigung" verfüge, komme nun das Erhängen in Betracht. Er warte auf eine Entscheidung der religiösen Instanzen. Aschtiani wurde 2006 wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt. Die Vollstreckung wurde 2010 ausgesetzt, der Fall soll erneut geprüft werden.

Vor einem Jahr zog Aschtianis Schicksal in Deutschland große Aufmerksamkeit auf sich, weil im Zusammenhang mit Recherchen zu dem Thema zwei Reporter der "Bild am Sonntag" mehrere Monate lang im Iran festgehalten wurden. Die Reporter waren im Oktober 2010 festgenommen worden, als sie den Sohn Aschtianis interviewten. Den Reportern wurde vorgeworfen, ohne entsprechendes Visum als Journalisten gearbeitet zu haben. Sie kamen erst nach rund vier Monaten im Februar wieder frei.

(AFP)
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