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22-Jähriger wollte nach Syrien reisen: Bayern will Salafisten in die Türkei ausweisen

22-Jähriger wollte nach Syrien reisen : Bayern will Salafisten in die Türkei ausweisen

Die bayerische Justiz will einem Medienbericht zufolge einen Salafisten aus Kempten im Allgäu in die Türkei abschieben. Gegen den 22-jährigen Erhan A. sei Haftbefehl erlassen worden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Samstagsausgabe. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) teilte am Freitag nach drastischen Interview-Aussagen des jungen Mannes mit, dieser werde schnellstmöglich in die Türkei ausgewiesen.

Der Verdächtige wird bereits seit eineinhalb Jahren von der Polizei beobachtet, wie es in dem Bericht weiter hieß. Nachdem er vergebens versuchte habe, als Kämpfer ins Bürgerkriegsland Syrien einzureisen, sei sein Pass vorübergehend eingezogen worden. Der Mann stamme aus der Türkei, lebe aber bereits seit 20 Jahren mit seinen Eltern im Allgäu, wo er das Abitur gemacht und ein Studium der Wirtschaftsinformatik begonnen habe. Er gelte als Kopf der örtlichen Salafisten-Szene, die aus schätzungsweise zehn Mitgliedern bestehe.

Junger Mann bekennt sich zu IS

Erst im Januar wurde demnach der ebenfalls aus Kempten stammende 19-jährige deutschstämmige Konvertit David G. im Kampf für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien getötet. Über dessen Tod hatte Erhan A. in einem Interview mit dem "SZ-Magazin" gesagt: "Das hat mir einen richtigen Schub gegeben." In dem Gespräch bekannte sich Erhan A. zum IS. Er würde sogar seine Familie umbringen, falls die sich gegen den IS stellen sollte, sagte er dem Magazin.

Herrmann habe den Salafisten als erhebliche Gefahr für die innere Sicherheit Deutschlands bezeichnet: "Jemand, der in aller Öffentlichkeit die Gräueltaten der Terrormiliz Islamischer Staat gutheißt, das Köpfen von Journalisten rechtfertigt und nicht davor zurückschreckt, seine eigene Familie zu töten, wenn sie sich nicht an die islamischen Gesetze hält, hat bei uns nichts zu suchen. Es gibt keinen anderen Weg, als ihn in sein Heimatland abzuschieben."

(AFP)