Balkan: Der Autoput ist auch nicht mehr das, was er mal war

Berüchtigte Balkan-Autobahn : Der Autoput ist auch nicht mehr das, was er mal war

Millionen Gastarbeiter fuhren auf der legendären Route in die Heimat, unzählige Urlauber fluchten über schlechten Zustand und enormen Verkehr auf der Straße. Nun wurde die gefährliche Strecke über den Balkan teilweise entschärft.

Eine der wichtigsten Transitrouten über den Balkan, der sogenannte Autoput, ist am Wochenende sicherer geworden. Der serbische Staatspräsident Aleksandar Vucic übergab am Samstag einen 26 Kilometer langen Autobahnabschnitt durch das schwierige Gelände der Grdelica-Schlucht rund 300 Kilometer südlich von Belgrad, wie das staatliche Fernsehen berichtete.

Die von Touristen und damaligen Gastarbeitern stark frequentierte Fernstraße war jahrzehntelang ein berüchtigtes Nadelöhr auf dem Weg zwischen West- und Südosteuropa. Jetzt können Reisende von Deutschland durchgehend auf der Autobahn bis Griechenland fahren. Die Strecke durch das ehemalige Jugoslawien wurde in Deutschland als „Autoput“ bekannt, was auf Serbisch einfach Autobahn bedeutet.

Das neue Teilstück der Europastraße E-70/E75 ersetzt einen kurvenreichen und gefährlichen Landstraßenabschnitt, in dem der Verkehr vor allem in der Feriensaison häufig zum Erliegen kam. Im vergangenen Jahr passierten nach Angaben von Serbiens Infrastrukturministerin Zorana Mihajlovic 58 Millionen Fahrzeuge die Straße, 2019 sollen es noch zwei Millionen mehr werden.

Rund 450 Millionen Euro kostete der Ausbau der letzten 26 Autobahn-Kilometer auf der berühmt-berüchtigten Strecke. Die Fertigstellung verzögerte sich, weil ein gewaltiger Erdrutsch die Arbeiten im vergangenen Jahr behinderte.

In Griechenland soll ein weiterer 60 Kilometer langer Abschnitt der Europastraße von der Grenze bis nach Thessaloniki erneuert werden. Dieser schon ältere Autobahn-Abschnitt auf der Balkan-Transitroute ist in schlechtem Zustand.

(csi/dpa)
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