Autofreier Sonntag: Paris verbannt Autos aus der Stadt

Kampf gegen Luftverschmutzung : Paris verbannt Autos aus der Stadt

Pariser und ihre Gäste haben einen autofreien Sonntag genießen können. Zwischen 11 und 18 Uhr durften nur Busse, Taxis und Notfallwagen fahren, ansonsten gehörten Straßen und Boulevards Spaziergängern, Radfahrern und Rollschuhläufern.

Die Stadtverwaltung hatte zwar schon öfter autofreie Tage ausgerufen, jetzt aber galt das Fahrverbot erstmals für die ganze Stadt. "Es ist gut für die Luftqualität, um die Stadt zu genießen, um ohne Lärm spazieren zu gehen und ohne das Risiko, von einem Auto überfahren zu werden", sagte Maxime Denis, der in der Nähe des Place de la République durch das Zentrum der französischen Hauptstadt spazierte. "Aber es sollte schon ein richtig autofreier Tag sein. Da sind immer noch einige, deshalb sind wir vorsichtig."

"Das ist ein bisschen dumm"

François Boillat sagte, als Pariser Bürger fahre er ohnehin fast nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Sein Auto stehe im sechsten Untergeschoss eines Parkhauses. "Ich benutze es kaum. Das ist ein bisschen dumm. Ich sollte es verkaufen."

Bürgermeisterin Anne Hidalgo war mit dem Versprechen gewählt worden, die Luftverschmutzung und den Autoverkehr in Paris zu reduzieren.
Kopfschmerzen dürfte ihr radikaler Schritt den Organisatoren der Pariser Modewoche bereitet haben. Diese brauchen ganze Lastwagenladungen, um ihre aufwendige Ausstattung durch die Stadt zu kutschieren. Der Pariser Modeverband arbeitete monatelang mit Polizei und Behörden daran, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen.

Modehäuser wie Valentino erinnerten ihre Gäste in zahlreichen E-Mails daran, dass sie auf das Privatauto verzichten müssten.

(csi/ap)
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