63-jähriger Australier entführt: Australien verhandelt nicht mit Geiselnehmern

63-jähriger Australier entführt : Australien verhandelt nicht mit Geiselnehmern

Sydney (rpo). Der australische Ministerpräsident John Howard hat nach der Entführung eines Australiers im Irak den von den Geiselnehmern geforderten Rückzug seiner Truppen abgelehnt. "Wir können unsere Außenpolitik nicht von Terroristen diktieren lassen", erklärte Howard am Montag im australischen Rundfunksender ABC. Unter keinen Umständen werde Australien mit Terroristen verhandeln, so Howard weiter.

Außenminister Alexander Downer kündigte unterdessen die Entsendung einer besonderen Einsatzgruppe aus Mitarbeitern des Außen- und Verteidigungsministeriums nach Irak an. Sie solle alles versuchen, um die Freilassung des 63-jährigen Douglas Wood zu erreichen. Auch Downer betonte, dass dabei nicht auf Forderungen der Geiselnehmer eingegangen werden dürfe.

In einem vom arabischen Sender Al Dschasira gesendeten Videofilm wurde Wood zuvor zwischen zwei maskierten Bewaffneten gezeigt. Der eingeschüchtert wirkende Mann bat vor der Videokamera US-Präsident George W. Bush, Howard und den kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger, die Koalitionstruppen aus Irak abzuziehen.

Vor seiner Arbeit als Ingenieur im Irak lebte Wood in Kalifornien. Seine Frau Pearl Wood bestätigte auf Anfrage, dass der Film ihren Mann zeige. Er sei vor eineinhalb Jahren in den Irak gegangen. Zu der Geiselnahme bekannte sich die Organisation Schura-Rat der Mudschahedin im Irak, die für zahlreiche Anschläge auf irakische und amerikanische Truppen verantwortlich gemacht wird.

Woods ist nach dem Journalisten John Martinkus der zweite Australier, der in irakische Geiselhaft geraten ist. Martinkus wurde im Oktober vergangenen Jahres nach einem Tag wieder freigelassen.

(ap)
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