Australien: Brände vertreiben immer mehr Menschen und Tiere aus Heimat

Mehr als eine Milliarde tote Tiere : Warum es Kängurus und Koalas leichter aus der Feuerhölle schaffen - und andere Tiere nicht

Die Buschfeuer bedrohen Siedlungen an der Küste und in den Bergen. Mehr als eine Milliarde Wildtiere sind laut WWF bereits gestorben - Frösche, Fledermäuse und Insekten nicht mitgezählt.

Auf der Flucht vor Buschbränden haben erneut Tausende Australier ihre Häuser verlassen. Lufttemperaturen um 40 Grad Celsius und Wind verstärkten die Brandgefahr am Freitag zusätzlich. Hubschrauber warfen über Dörfern Vorräte ab. Die Feuerwehr warnte, dass Küstenorte südlich von Sydney, darunter Eden, Batemans Bay und Nowra, erneut bedroht sein könnten, nachdem dort schon vor wenigen Wochen Häuser abbrannten.

Am frühen Abend (Ortszeit) verharrten die Brände in der Region noch innerhalb von Begrenzungslinien. Für den späteren Abend wurde allerdings ein Wechsel der Windrichtung prognostiziert, wie Feuerwehrdirektor Shane Fitzsimmons berichtete. „Eine lange Nacht steht noch bevor für alle unsere Feuerwehrleute und diejenigen, die von den Bränden betroffen sind“, sagte er. Im benachbarten Bundesstaat Victoria wurden für Berggebiete Evakuierungsanordnungen erlassen.

Der australische Zweig der Naturschutzorganisation WWF schätzte, dass durch die Brände 1,25 Milliarden Wildtiere ums Leben gekommen sind - Fledermäuse, Frösche und Insekten nicht mitgezählt. Die Katastrophe drohe manche Tierarten auszurotten, darunter den schimmernden Rabenkakadu und eine kniehohe Känguruart, warnten die Naturschützer. Der WWF-Wissenschaftler Stuart Blanch bezeichnete die Schätzung als konservativ.

Die meisten getöteten Tiere sind laut WWF Reptilien, gefolgt von Vögeln und dann Säugetieren wie Koalas, Kängurus, Schnabeligeln und Wombats. „Kängurus können vor Feuern davonkommen. Doch viele werden verkohlt, wenn sie in Zäunen feststecken“, sagte Blanch.

Die meisten Bewohner von Towamba verließen ihr im Süden des Staats New South Wales gelegenes Dorf. Die Feuerwehr hatte ihnen dazu geraten. Der Feuerwehrmann John Nightingale sagte, er werde mit seinen Kameraden kleine Feuer löschen, die aufflammen könnten. Falls es zu gefährlich werde, müssten sie sich aber in eine Halle des Dorfs zurückziehen. Neben der Halle sei eine Wiese, die der letzte Rückzugsort sei, sagte er. „Das Gras auf dem Oval ist sehr kurz, daher gibt es nichts, das ein starkes Feuer speisen könnte“, sagte er. „Also das ist die Überlebensoption, im Prinzip. Ein Flecken mit Gras.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tiere, die es aus der Feuerhölle schafften

(mja/dpa)