1. Panorama
  2. Ausland

Studie: Gefahr durch Terroristen: Atommaterial weltweit nicht ausreichend gesichert

Studie: Gefahr durch Terroristen : Atommaterial weltweit nicht ausreichend gesichert

Die weltweiten Bestände an Atommaterial sind laut einer US-Studie nicht ausreichend gesichert und könnten in die Hände von Terroristen fallen. Eine am Mittwoch veröffentlichte Untersuchung der Nichtregierungsorganisation Nuclear Threat Initiative (NTI) kommt zu dem Schluss, dass Nordkorea, Pakistan und der Iran die Länder mit den am wenigsten gesicherten Atombesänden sind.

Die Organisation, die sich dem Kampf gegen die Verbreitung von Atommaterial verschrieben hat, ließ die Sicherheit von Atommaterial in hunderten Lagerstätten in 32 Ländern durch Experten einstufen. Dabei ging es um Lager, die jeweils über mehr als ein Kilo atomwaffenfähiges hochangereichertes Uran verfügen. Einige der untersuchten Stätten seien gut gesichert, viele andere jedoch nicht, so dass waffenfähiges Atommaterial gestohlen oder auf dem Schwarzmarkt an Terrororganisationen verkauft werden könnte, hieß es in der Studie.

Die Experten stuften die untersuchten Länder nach fünf Kriterien ein: Menge des dort verfügbaren hochangereicherten Urans und Plutoniums und Anzahl der Lagerstätten, Schutzvorkehrungen in den Atomlagern, Transparenz und Umsetzung von internationalen Sicherheitsstandards, Fähigkeit und Bereitschaft des Staates zur Anwendung dieser Sicherheitsstandards, sowie soziale Faktoren wie politische Stabilität, Korruption und Existenz von Gruppen, die sich Atommaterial verschaffen wollen.

Als sicherste Länder stuften die Experten Australien, Ungarn und Tschechien ein. Am unteren Ende der Skala rangieren Nordkorea wegen mangelnder Transparenz und Einhaltung internationaler Standards, Pakistan wegen seiner politischen Instabilität, der Existenz militanter Organisationen sowie verbreiteter Korruption und der hohen Zahl an Lagerstätten, und der Iran. Alle Staaten "können und sollten" mehr für die Sicherheit ihrer Bestände an Atommaterial tun, forderte NTI-Präsidentin Joan Rohlfing.

(AFP)