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Atomkraftwerk im Iran nach "technischem Fehler" abgeschaltet

Anlage soll „in einigen Tagen“ wieder ans Netz gehen : Iranisches Atomkraftwerk nach „technischem Fehler“ abgeschaltet

Im Iran ist es anscheinend zu einem Vorfall in einem Atomkraftwerk gekommen. Behördenangaben zufolge wurde das Kraftwerk Buschehr nach einem „technischen Fehler“ abgeschaltet. Bürger wurden aufgefordert, ihren Stromverbrauch zu reduzieren.

Wegen eines „technischen Fehlers“ ist das iranische Atomkraftwerk Buschehr heruntergefahren worden. Die Anlage sei „vorübergehend abgeschaltet und vom Stromnetz genommen worden“, teilte die iranische Atomenergiebehörde Tavanir in der Nacht zu Montag auf ihrer Internetseite mit. Eine genauere Beschreibung des Problems gab es zunächst nicht.

„Wenn der technische Fehler behoben wurde, wird die Anlage natürlich wieder an das nationale Stromnetz angeschlossen“, hieß es in der kurzen Stellungnahme der Behörde weiter. Dies solle „in einigen Tagen“ der Fall sein. Ein Vertreter von Tavanir, Gholamali Raschschanimehr, sprach am Sonntag in einer Fernseh-Talkshow von einer am Samstag begonnenen Notabschaltung, die „drei oder vier Tage“ andauern würde. Einen Grund dafür nannte er nicht, sagte aber, dass Stromausfälle die Folge sein könnten.

Die iranische Stromgesellschaft hatte die Bürger am Sonntag aufgefordert, ihren Verbrauch während Spitzenzeiten zu minimieren. Als Gründe nannte sie einen „vorhergesagten Temperaturanstieg“ und „Einschränkungen der Stromerzeugung wegen laufender Reparaturen im Werk Buschehr“.

Das Atomkraftwerk Buschehr ist das einzige des Irans. Es liegt im Süden in der Provinz Buschehr am Persischen Golf. Die Anlage wurde mit russischer Hilfe erbaut und im September 2011 in Betrieb genommen. 2013 wurde das Akw nach jahrelanger Verzögerung offiziell übergeben.

2016 begannen russische und iranische Firmen mit dem Bau zweier zusätzlicher Reaktoren in Buschehr. Dies dauert voraussichtlich rund zehn Jahre.

Der aktuelle Vorfall ist das erste Mal, dass Iran eine Notabschaltung seines einzigen Atomkraftwerks bekannt gab. Im März hatte der Atombeamte Mahmud Dschafari gesagt, der Betrieb des Atomkraftwerks könne eventuell nicht fortgesetzt werden, weil Iran wegen der internationalen Sanktionen notwendige Teile und Ausrüstung dafür nicht von Russland beschaffen könne. Buschehr wird mit Uran aus Russland betrieben. Das wird von der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA überwacht. Die IAEA teilte mit, ihr seien Berichte über das Atomkraftwerk bekannt, wollte sich dazu aber nicht weiter äußern.

(c-st/AFP/AP)