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Kampf um Aleppo: Assad: Syriens Armee in "heldenhafter Schlacht"

Kampf um Aleppo : Assad: Syriens Armee in "heldenhafter Schlacht"

Syriens Armee befindet sich nach den Worten von Staatschef Assad derzeit in einer "heldenhaften und entscheidenden Schlacht". Von diesem Kampf hänge "das Schicksal unseres Volkes und unserer Nation ab", erklärte Assad. Unterdessen wurde bekannt, dass die syrischen Streitkräfte im Kampf um die Metropole Aleppo offenbar auch mit brutaler Gewalt gegen Demonstranten vorgehen.

Präsident Baschar Assad sieht im Syrien-Konflikt ausländische Mächte am Werk. Diese Feinde setzten "interne Agenten" zur Untergrabung der Stabilität des Landes ein, sagte Assad in einer öffentlichen Stellungnahme. Unterdessen wurde bekannt, dass die syrischen Streitkräfte im Kampf um die Metropole Aleppo offenbar auch mit brutaler Gewalt gegen Demonstranten vorgehen.

Die Streitkräfte seien "der Schild des Heimatlandes" zur Abwehr von Komplotten krimineller und terroristischer Banden, sagte Assad am Mittwoch, dem 67. Jahrestag der Gründung des Heeres.

Das Volk betrachte das Heer als Quelle des Stolzes und Verteidiger gerechter Ziele. Assads Rede wurde von der amtlichen Nachrichtenagentur SANA veröffentlicht, aber nicht im Staatsfernsehen ausgestrahlt. Seit Beginn der Kämpfe in Damaskus und Aleppo hat sich der Präsident mit öffentlichen Auftritten zurückgehalten.

Die Armee befinde sich den Worten Assads zufolge derzeit in einer "heldenhaften und entscheidenden Schlacht". Von diesem Kampf hänge "das Schicksal unseres Volkes und unserer Nation ab", erklärte Assad.

Gegen Demonstranten

Im Kampf um Aleppo gehen die syrischen Streitkräfte offenbar auch gegen friedliche Demonstranten mit brutaler Gewalt vor. Dutzende junger Männer, aber auch einige Kinder sowie ältere Personen seien von Regierungstruppen oder verbündeten Milizen erschossen worden, teilte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in der Nacht zum Mittwoch mit.

"Einige der Opfer waren Zuschauer, die gar nicht an den Demonstrationen teilgenommen hatten", hieß es in einem neuen Bericht. Die Familien der Toten seien genötigt worden, in Stellungnahmen zu versichern, dass ihre Angehörigen von "bewaffneten terroristischen Gruppen" getötet wurden.

Die humanitäre Lage in der Stadt spitzte sich unterdessen weiter zu. Aktivisten berichteten von schwindenden Lebensmittelvorräten und einer allenfalls noch sporadisch vorhandenen Energieversorgung.

Gefechte dauern seit elf Tagen

Die seit elf Tagen anhaltenden Gefechte zwischen Regierungstruppen und Rebellen trieben am Dienstag weitere Scharen von Bewohnern in die Flucht. Kampfhubschrauber des Regimes setzten den Beschuss von Rebellenhochburgen unvermindert fort.

In einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur SANA hieß es, die Regierungstruppen verfolgten "Überreste einer bewaffneten terroristischen Gruppierung" und hätten diesen schwere Verluste zugefügt. Die Rebellen widersprachen jedoch der Darstellung und berichteten von einzelnen Geländegewinnen in umliegenden Gebieten.

Kritik an der Gewalt

Unterdessen übte der Generalsekretär der Arabischen Liga scharfe Kritik an der Gewalt. "Die Massaker in Aleppo und anderen Orten Syriens kommen Kriegsverbrechen gleich und sind nach internationalem Recht strafbar", erklärte Nabil Elarabi nach einem Treffen im Kairoer Hauptquartier der Liga.

Derweil wuchs im Westen die Sorge vor einem Zustrom ausländischer Extremisten nach Syrien, wie ein mit geheimdienstlichen Ermittlungen vertrauter Diplomat mitteilte. Kämpfer aus Tschetschenien, dem Jemen, Libyen, dem Irak, Afghanistan und Pakistan hätten sich den Rebellen angeschlossen, um gegen das Assad-Regime in den Heiligen Krieg zu ziehen.

Die Extremisten kämen über den Irak und Libanon ins Land. Der Bürgerkrieg in Syrien dürfte sich aus Sicht der meisten Beobachter noch lange hinziehen, sagte der Diplomat weiter.

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(APD/AFP)