„Aquarius“ rettet mehr als 140 Migranten im Mittelmeer - erster Einsatz nach Tagen

Erster Einsatz nach Tagen: „Aquarius“ rettet mehr als 140 Migranten im Mittelmeer

Vergangene Woche Mittwoch waren die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée von Marseille aus gestartet. Damit hatte die Crew der „Aquarius“ ihren ersten Rettungseinsatz seit längerer Zeit.

Das Rettungsschiff „Aquarius“ hat 141 Migranten von zwei Holzbooten im Mittelmeer gerettet. Die Einsätze am Freitag waren die ersten für die Organisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée nach der Abfahrt des Schiffs in Marseille in der vergangenen Woche. Die Helfer kündigten auf Twitter an, zunächst weiter in der Rettungszone bleiben zu wollen, um Ausschau nach Booten zu halten. Bei der ersten Rettung nördlich vom libyschen Suwara waren 25 Migranten gerettet worden, wenig später 116 weitere. Die relevanten Behörden seien benachrichtigt worden.

Italiens Innenminister Matteo Salvini bleibt derweil bei seiner harten Linie gegenüber Hilfsorganisationen im Mittelmeer. Das Rettungsschiff "Aquarius" "wird sicher nicht in einem italienischen Hafen anlanden", sagte der Chef der rechten Lega am Samstag in einem Radiointerview.

  • Flüchtlinge auf dem Rettungsschiff „Aquarius“. (Archiv)
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Bei ihrer letzten Rettungsmission hatte die italienische Regierung die „Aquarius“ daran gehindert, mit Hunderten Geretteten in einen Hafen des Landes einzulaufen. Tagelang war das Schiff im Meer blockiert und fuhr schließlich ins spanische Valencia. Ob eine ähnliche Hängepartie dieses Mal wieder droht, ist völlig ungewiss.

Mittlerweile werden viele Bootsflüchtlinge schon von der libyschen Küstenwache in Hoheitsgewässern gerettet oder abgefangen und zurück in das Bürgerkriegsland geschickt. Die „Aquarius“ fährt derzeit in einer Region, die Libyen kürzlich als eigene Such- und Rettungszone ausgerufen hatte. Dort ist das nordafrikanische Land für die Koordination von Rettungen zuständig. Die Seenotretter beklagten, dass die Libyer im Fall des Holzbootes Anfragen über Funk unbeantwortet gelassen und Anrufe erst nach mehreren Versuchen angenommen hätten.

(mba/dpa)