Antisemitische Schmiererei in Norditalien an Haus von KZ-Überlebender

Ehemaliges Haus von Holocaust-Überlebender : Antisemitische Schmiererei in Norditalien sorgt für Empörung

Unbekannte beschmierten in Norditalien das Haus, in dem eine frühere Widerstandskämpferin gegen die deutsche Besatzung gelebt hatte. Der Vorfall sorgte für Empörung.

Eine antisemitische Schmiererei an der früheren Wohnung einer Holocaust-Überlebenden in Italien hat für Empörung gesorgt. In der Nacht zu Freitag sprühten im norditalienischen Mondovi Unbekannte die deutschen Worte „Juden hier“ und einen Davidstern auf die Tür des Hauses, in dem Lidia Beccaria Rolfi bis zu ihrem Tod 1996 gelebt hatte. Ihr Sohn Aldo Rolfi, jetziger Besitzer des Hauses, sprach laut der Zeitung „Repubblica“ von einem Hass, der „kolossale“ Ausmaße angenommen habe und allenthalben spürbar sei. Mehrere Politiker verurteilten die Tat.

Die 1925 in Mondovi bei Cuneo geborene Lidia Beccaria hatte als junge Frau am Partisanenkampf gegen die deutschen Besatzer teilgenommen und war 1944 in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert worden. Nach ihrer Befreiung kehrte sie nach Mondovi zurück. 1978 schrieb sie zusammen mit Anna Maria Bruzzone das Buch „Le donne di Ravensbrück“ ("Die Frauen von Ravensbrück"), die erste auf Italienisch erschienene Geschichte der Deportation italienischer Frauen in deutsche Konzentrationslager.

(c-st/kna)