Anti-Mafia-Kampf Italiens Polizei beschlagnahmt Millionen-Vermögen

Catanzaro · Die italienische Polizei hat unter anderem ein Einkaufszentrum, zwei Luxus-Villen und 19 Fahrzeuge beschlagnahmt, darunter auch einen Ferrari. Die drei beschuldigten Brüder sollen engen Kontakt zur Mafia-Organisation ‚Ndrangheta pflegen.

Carabinieri in Neapel. (Symbolfoto)

Carabinieri in Neapel. (Symbolfoto)

Foto: dpa/Roberta Basile

Die italienische Finanzpolizei hat im Kampf gegen die Mafia Vermögenswerte dreier Brüder aus Kalabrien von geschätzt mehr als 800 Millionen Euro beschlagnahmt. Darunter seien unter anderem eines der größten Einkaufszentren in der süditalienischen Region Kalabrien, mehrere Supermärkte, zwei Luxus-Villen, ein Ferrari und 18 weitere Fahrzeuge sowie die Beteiligungen an einem Fußball- und einem Volleyball-Team, wie die Behörde am Mittwoch in Catanzaro mitteilte.

Die Ermittler überprüften der Mitteilung nach das Vermögen und die unternehmerischen Tätigkeiten der Familie seit den 1980er Jahren. Sie bezogen sich bei ihrem Vorgehen auf einen Paragrafen der sogenannten Anti-Mafia-Gesetze. Darin heißt es einfach ausgedrückt, dass Vermögenswerte konfisziert werden könnten, wenn sie unverhältnismäßig zum angegebenen Einkommen der Verdächtigen stünden oder ausreichende Beweise darüber vorlägen, dass sie aus illegalen Aktivitäten stammten.

In ihren Untersuchungen stützte sich die Polizei nach eigenen Angaben auf Ergebnisse eines anderen Einsatzes, zu dem noch ein Verfahren gegen einen der drei Brüder wegen Mafia-Vorwürfen läuft. Der Zeitung „La Repubblica“ zufolge sollen die Brüder aus Lamezia Terme in Verbindung mit der kalabrischen Mafiaorganisation 'Ndrangheta stehen, zu der die Familie eine langjährige Verbindung habe.

(chal/dpa)
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