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Anschlag in Dschidda: IS reklamiert Angriff auf Gedenkfeier für sich

Anschlag galt Frankreich : IS reklamiert Angriff auf Gedenkfeier in Saudi-Arabien für sich

Am Mittwoch wurden bei einem Anschlag auf eine Gedenkfeier in Saudi-Arabien zwei Menschen leicht verletzt. Jetzt hat die Terrormiliz Islamischer Staat den Anschlag für sich reklamiert. Er habe vor allem den französischen Beamten gegolten.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Anschlag auf eine Feier zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg in Saudi-Arabien für sich reklamiert. Kämpfer des IS hätten einen Sprengsatz platziert und gezündet, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung der Dschihadisten. Das IS-Sprachrohr Amak meldete, der Angriff in der Hafenstadt Dschidda habe in erster Linie dem französischen Konsul gegolten. Dessen Regierung beharre darauf, die Mohammed-Karikaturen zu verbreiten.

Bei der Feier auf einem nicht-muslimischen Friedhof waren am Mittwoch unter anderem Vertreter Frankreichs beteiligt. Einem Sprecher der lokalen Behörde zufolge wurden ein Mitarbeiter des griechischen Konsulats und ein saudischer Sicherheitsbeamter leicht verletzt.

Die Echtheit der IS-Erklärung ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle der Terrormiliz in den sozialen Medien verbreitet.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte die Veröffentlichung auch religionskritischer Karikaturen verteidigt. Er reagierte damit auf den Tod des Geschichtslehrers Samuel Paty. Dieser war von einem radikalen Islamisten enthauptet worden war, weil er im Unterricht zum Thema Meinungsfreiheit als Beispiel Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte. Saudi-Arabien verurteilte die Zeichnungen als „beleidigend“.

(sed/dpa)