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Anschlag 2018 auf Weihnachtsmarkt in Straßburg - Mutmaßlicher Täter wurde aus Deutschland abgeschoben

Anschlag in Straßburg : Mutmaßlicher Täter wurde 2017 aus Deutschland abgeschoben

Der mutmaßliche Angreifer von Straßburg wurde bereits in Deutschland verurteilt und abgeschoben. Es soll sich um einen 29-jährigen französischen Staatsbürger mit nordafrikanischen Wurzeln handeln.

Der mutmaßliche Angreifer vom Straßburger Weihnachtsmarkt wurde bereits wegen Delikten in Frankreich und in Deutschland verurteilt. Das sagte der französische Innenminister Christophe Castaner in der Nacht in Straßburg.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen französischen Staatsbürger mit nordafrikanischen Wurzeln. Der 29-Jährige wurde demnach vom Amtsgericht Singen wegen schweren Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und war in Deutschland in Haft. Nach dem Verbüßen der Strafe wurde er im Jahr 2017 nach Frankreich abgeschoben, wie die dpa am Mittwoch weiter erfuhr.

Die Straßburger Polizeipräfektur erklärte, der Täter sei vom Inlandsgeheimdienst als Sicherheitsrisiko eingestuft gewesen. Über ihn sei ein sogenanntes "Fiche S" geführt worden. In dieser Aktenkategorie werden etwa 26.000 Personen geführt, von denen 10.000 als stark radikalisiert gälten. Nach Angaben des Innenministeriums war der Mann auch wegen gewöhnlicher krimineller Delikte aktenkundig.

Der Verdächtige hatte nach Angaben der Präfektur gegen 20 Uhr nahe dem Weihnachtsmarkt der Elsass-Metropole das Feuer eröffnet. Castaner beschrieb den genauen Tatort nicht näher und sagte lediglich, der Täter habe an drei verschiedenen Orten in der Stadt „Terror“ verbreitet. Zwischen 20 und 21 Uhr habe er sich zweimal einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften im Patrouilleneinsatz geliefert.

Die Nachrichtenagentur AFP hatte unter Berufung auf die Polizei gemeldet, der vermutlich radikalisierte Mann sei vor seiner Flucht von Soldaten verletzt worden. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen des Verdachts auf "Mord und Mordversuch im Zusammenhang mit einer terroristischen Unternehmung" und wegen "Bildung einer kriminellen terroristischen Vereinigung" ein.

Französische Medien zitierten in der Nacht einen Polizeigewerkschafter, demzufolge der 29-Jährige eigentlich am Dienstagmorgen verhaftet oder vernommen werden sollte. In den Berichten hieß es, dem 29-Jährigen würden kriminelle Handlungen vorgeworfen. Wie der Sender France Info unter Berufung auf Polizeiquellen berichtete, war er jedoch nicht zu Hause. Seine Wohnung sei Stunden vor dem Angriff durchsucht worden, dabei sollen Granaten gefunden worden sein, berichteten der Sender sowie die Zeitung „Le Parisien“ am Abend.

Die Bundespolizei in Baden-Württemberg warnte aufgrund der laufenden Fahndung nach dem Täter vor einem Grenzübertritt im Bereich Kehl. In Frankreich wurde die höchste Terroralarmstufe ausgerufen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tote und Verletzte nach Schüssen in Straßburg

(mro/dpa)