Anschläge in Sri Lanka: US-Botschafterin weist Vorwissen über Attentate zurück

Botschafterin weist Vorwürfe zurück : USA bestreiten vorherige Kenntnis über Anschlagserie in Sri Lanka mit 359 Toten

Die USA hatten nach Angaben ihrer Botschafterin in Sri Lanka keine vorherige Kenntnis von der tödlichen Anschlagserie in Sri Lanka. "Wir wussten nichts von diesen Anschlägen", sagte Alaina Teplitz dem US-Fernsehsender CNN am Mittwoch.

Bei den Bombenanschlägen auf drei Kirchen und drei Luxushotels in dem südasiatischen Inselstaat waren am Ostersonntag 359 Menschen getötet worden, darunter mindestens vier US-Bürger.

Ein Minister Sri Lankas hatte Anfang der Woche gesagt, Indien und die USA hätten seiner Regierung vor den Anschlägen Informationen zukommen lassen.

Botschafterin Teplitz verneinte dies nun: "Ich weiß nicht, welche anderen Informationsquellen die Regierung Sri Lankas hat. Ich kann ihnen nur sagen, dass wir keine vorherige Kenntnis hatten", sagte sie CNN. Die Regierung von Sri Lanka habe Fehler beim Sammeln und Weitergeben von Geheimdienstinformationen zugegeben, fügte sie hinzu.

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat die Tat für sich reklamiert. Sri Lankas Regierung hat sie der bislang weitgehend unbekannten, einheimischen Islamistengruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ) zugeschrieben. Ein Regierungssprecher hatte allerdings bereits am Montag erklärt, die Behörden prüften, ob die Gruppe "internationale Unterstützung" gehabt habe.

Sri Lankas Polizeichef hatte schon am 11. April vor Plänen der NTJ gewarnt, Anschläge auf Kirchen zu verüben. Premierminister Ranil Wickremesinghe bestätigte, dass der Polizei die Anschlagspläne bekannt gewesen seien, sie habe jedoch nicht gehandelt. Es werde nun untersucht, warum die Polizei seiner Behörde die Informationen nicht übermittelt habe, sagte er.

Präsident Maithripala Sirisena, der zugleich Verteidigungsminister ist, kündigte am Dienstag eine völlige Umstrukturierung der Sicherheitskräfte und der Polizei an.

ma/cp

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(AFP)
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