Anschläge in Sri Lanka: Politiker fordern Schutz für Christen im Ausland

Anschläge in Sri Lanka : Deutsche Politiker fordern Schutz für Christen im Ausland

Bei den Anschlägen in Sri Lanka sind mehr als 290 Personen gestorben, viele davon in Kirchen. Politiker von CDU, FDP und Grünen prangern die gewachsene Bedrohung christlicher Minderheiten in vielen Staaten an.

Drei Kirchen zählten zu den Zielen der Anschläge in Sri Lanka am Osterwochenende, bei denen fast 300 Personen starben und 500 verletzt wurden. Deutsche Politiker sehen darin ein Indiz für bewusste Christenverfolgung und fordern einen besseren Schutz.

„Der Terror in Sri Lanka reiht sich ein in verschiedene Anschläge gegen Christen weltweit“, sagte der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), der „Welt“ (Dienstag). „Christen sind weltweit das Ziel von radikalen Muslimen. Das ist eigentlich unverständlich, weil das Christentum ja mit dem Islam verwandt ist.“

Zwar gebe es in Deutschland derzeit keine derartige Bedrohung, sagte Grübel. Hierzulande müssten aber alle Menschen zur religiösen Toleranz erzogen werden.

Der frühere Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte der „Bild“ (Dienstag): „Ich sehe mit großer Besorgnis die wachsende Christenverfolgung im gesamten asiatischen Raum. Nationalistische Bewegungen von Buddhisten, Hindus und Muslimen werden hier immer militanter.“ Er fügte an: „Wir müssen von der Regierung in Sri Lanka, aber eben nicht nur dort, mit allem Nachdruck fordern, dass mehr zum Schutz von Kirchen getan wird.“

Auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak forderte mehr Schutz für Christen. Wichtig sei nun, sich nicht spalten zu lassen und den Dialog der Religionen aufrechtzuerhalten. „Dazu gehört aber auch, die Unterdrückung von Christen deutlich anzusprechen und klar für die Einhaltung der Religionsfreiheit einzutreten.“

Der religionspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hermann Gröhe (CDU), sagte der „Rheinischen Post“: „Religiöse Intoleranz richtet sich heute in besonderer Weise gegen Christen, die an der Freiheit der Religionsausübung gehindert werden sollen.“

Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Theurer sagte: „Mehr als 100 Millionen Christen leben in Ländern, in denen ihr Menschenrecht auf Religionsfreiheit nicht geachtet wird.“ Damit seien Christen in vielen Regionen die größte verfolgte Gemeinschaft, sei es in China, Nordkorea, Pakistan oder Teilen Nigerias. In Sri Lanka hätten die Terroristen ein Land erschüttern wollen, in dem vier große Weltreligionen bislang - trotz aller politischen Konflikte - friedlich miteinander lebten. Es müsse vermieden werden, dass es zu einem „Clash of Civilisations“ (Kampf der Kulturen) komme.

Der Grünen-Europapolitiker Sven Giegold sagte der „Welt“, die Religionsfreiheit von Christen sei in vielen Teilen der Welt bedroht. „Europa muss sich nachdrücklich auf der Welt für das Recht auf Religionsfreiheit einsetzen.“

Auch der

Der religionspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hermann Gröhe (CDU), hat die Anschläge in Sri Lanka scharf verurteilt. „Ich bin entsetzt über die Hinterhältigkeit und Brutalität, mit der sich hier der Hass gegen gottesdienstfeiernde Christen und generell gegen Reisende aus anderen Kulturen Bahn gebrochen hat“, sagte Gröhe unserer Redaktion. „Religiöse Intoleranz richtet sich heute in besonderer Weise gegen Christen, die an der Freiheit der Religionsausübung gehindert werden sollen“, sagte der Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der Unionsfraktion. „Wir haben in Christchurch aber auch miterleben müssen, dass Muslime in ihren Gotteshäusern Opfer eines Rechtsterroristen geworden sind“, fügte Gröhe hinzu. „Es darf aber auch nicht vergessen werden, in wie vielen Teilen der Welt sich Menschen aller Religionen aufgrund ihres Glaubens für andere einsetzen. Das ist die richtige Antwort auf die Anschläge in Sri Lanka: Wir dürfen uns von diesem Hass nicht vergiften lassen“, mahnte Gröhe.

Auch der Uno-Sicherheitsrat hat die Anschlagsserie in Sri Lanka auf das Schärfste verurteilt. Man spreche den Familien der Opfer der „abscheulichen und feigen“ Anschläge tief empfundenes Mitgefühl aus, wie es in einer Mitteilung des Uno-Gremiums vom Montag (Ortszeit) hieß. Den Verletzten wünsche man eine rasche Genesung. Terrorismus stelle in all seinen Erscheinungsformen eine der schwerwiegendsten Bedrohungen für den Frieden und die internationale Sicherheit dar, hieß es weiter. Täter, Organisationen und Geldgeber dieser Terrorakte müssten zur Rechenschaft gezogen und vor Gericht gestellt werden.

(sbl/dpa)
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