Angriff bei Party von Chris Brown: Drei Tote bei Schießereien in Los Angeles

Unmittelbar vor Verleihung der MTV Video Music Awards : Drei Tote bei Schießereien in Los Angeles

Wenige Stunden vor der Verleihung der MTV Video Music Awards sind in Los Angeles bei mehreren Schießereien drei Menschen ums Leben gekommen. Bei einer von Sänger Chris Brown organisierten Party in einem Nachtclub wurde Rap-Mogul "Suge" Knight angeschossen.

Binnen einer Stunde wurden bei den Überfällen im Raum Los Angeles drei Menschen erschossen und zwei weitere verletzt. Die Verbrechen könnten in einem Zusammenhang stehen, teilte die Polizei mit. Demnach berichteten Augenzeugen von zwei Männern in abgedunkelten Geländewagen, die an zwei der drei Tatorte aufgetaucht seien. In West Hollywood kam es zu einem weiteren blutigen Vorfall: Dort wurden bei einer Schießerei in einem brechend vollen Nachtclub Rap-Mogul Marion "Suge" Knight und zwei weitere Gäste einer von den Stars Chris Brown und Pia Mia ausgerichteten Party verletzt.

Die erste bewaffnete Attacke ereignete sich am Sonntagmorgen um 05:50 Uhr (Ortszeit) in San Fernando Valley. Eine fünfköpfige Familie sei auf dem Weg zum Gottesdienst gewesen, als ihr Auto unter Beschuss geraten sei, sagte Polizeisprecherin Liliana Preciado. Demnach kam eine 20-jährige Frau um, ihre vier Angehörigen wurden verletzt. Einer von ihnen sei in ernstem Zustand.

Rund 40 Minuten später sei die Polizei in einem Park im Bezirk Sylmar nach einem Notruf die Leiche eines erschossenen Mannes gestoßen, hieß es weiter. Eine Viertelstunde später wurde weniger als acht Kilometer entfernt eine zwischen 50 und 60 Jahre alte Frau mit Schusswunde am Kopf tot aufgefunden.

Zwar seien die Opfer offenbar willkürlich ins Visier genommen worden, sagte Polizeisprecher Preciado. Doch hätten Ermittler festgestellt, dass bei allen Attacken der gleiche Waffentyp benutzt worden sei.
Auch sei Ausführung der Angriffe ähnlich verlaufen. "Das ist eine große Bedrohung", erklärte Preciado.

Der Überfall auf den Nachtclub in West Hollywood hatte vermutlich keine Verbindung zu der Mordserie. Knight, Gründer der Plattenfirma Death Row Records, sei nicht in Lebensgefahr, sagte ein Polizeisprecher. Neben ihm wurden zwei weitere Besucher des Nachtclubs "1OAK" am Sunset Boulevard von Kugeln getroffen. Der Mann und die Frau seien in ein Krankenhaus eingeliefert worden.

Die Schießerei ereignete sich wenige Stunden vor den Video Music Awards des Musiksenders MTV in Inglewood, das ebenfalls im Kreis Los Angeles liegt. MTV teilte mit, es habe mit der Party, die Knight besuchte, nichts zu tun. Gastgeber in dem Nachtclub waren R&B-Sänger Chris Brown und Sängerin Pia Mia. Sie waren während der Schüsse im Club, wurden laut Polizei aber nicht verletzt. Brown und der Club waren am Sonntag telefonisch nicht erreichbar.

Knight wurde 2005 schon einmal angeschossen, auch damals bei einer Party vor den MTV Awards. Knight machte aus Tupac Shakur, Snoop Dogg und Dr. Dre Superstars. In den vergangenen zwei Jahrzehnten war er wegen Verstößen gegen Bewährungsauflagen und Körperverletzungen während eines "Rapper-Kriegs" zwischen Künstlern von der US-Ost- und Westküste wiederholt im Gefängnis. Death Row Records meldete inzwischen Konkurs an.

(ap)