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Amnesty: 2019 war in Asien ein Jahr von Repression und Widerstand

Amnesty International über Asien : 2019 war ein Jahr von Repression und Widerstand

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International stellte ihren Jahresbericht zur Asien-Pazifik-Region vor. Darin wird die Menschenrechtslage kritisiert, der Einsatz von Aktivisten hingegen gelobt.

Amnesty International kritisiert die Menschenrechtslage in der Asien-Pazifik-Region deutlich, lobt aber zugleich zunehmenden Widerstand gegen staatliche Unterdrückung. Asien erlebe eine von jungen Leuten angeführte Protestwelle, die sich gegen die zunehmende Repression und Unterdrückung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit richte, erklärte die Organisation am Mittwoch in Berlin. Anlass war die Veröffentlichung ihres Jahresberichts zur Region, in dem die Menschenrechtslage in 25 Ländern und Territorien untersucht wird.

Als Beispiele nennt der Bericht unter anderem anhaltende Massenproteste in Hongkong gegen den Einfluss der chinesischen Regierung sowie friedliche Demonstrationen gegen die gesetzliche Diskriminierung von Muslimen in Indien. Auch in Indonesien, Afghanistan, Pakistan, Taiwan und anderen Staaten habe es im vergangenen Jahr Demonstationen für die Freiheit gegeben.

„2019 war für Asien ein Jahr der Repression, doch gleichzeitig auch ein Jahr des Widerstands“, sagte Amnesty-Regionaldirektor Nicholas Bequelin. Auf dem gesamten Kontinent versuchten Regierungen, Grundfreiheiten zu beschneiden, doch die Menschen wehrten sich. Eine neue Generation von Aktivisten wende sich gegen brutale Repressalien, Verleumdungskampagnen in den sozialen Medien und großflächige politische Zensur.

In ganz Südostasien gingen repressive Regierungen scharf gegen Kritiker und die Medienfreiheit vor, kritisierte Amnesty. Festnahmen, Gewalt, Folter und drakonische Strafen macht der Bericht in vielen Ländern aus. Minderheiten würden häufig zur Zielscheibe, wie etwa die Uiguren und andere mehrheitlich muslimische Minderheiten in China.

Gegen alle Repression habe sich der Einsatz für Menschenrechte in vielen Fällen gelohnt, bilanzierte die Organisation. In Taiwan sei zum Beispiel die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert, in Sri Lanka die Wiederaufnahme von Hinrichtungen abgewehrt worden. Brunei habe geplante Gesetze zurückgenommen, nach denen Ehebruch und sexuelle Handlungen zwischen Männern mit Steinigung geahndet werden sollten. Auch in Hongkong hätten die Proteste Erfolge gezeitigt, da die Regierung ein umstrittenes Auslieferungsgesetz zurückgenommen habe.

(c-st/kna)