„Es ist ein Verbrechen“ Abholzung im Amazonas auf Rekordniveau

Rio de Janeiro · Im vergangenen Jahr hat der Amazonas mehr Regenwald verloren denn je. Eine Fläche in der Größenordnung von 4.000 aneinandergelegten Central Parks wurde abgeholzt, geht aus dem Beobachtungssystem Prodes hervor.

 Das Luftbild zeigt eine verbrannte und abgeholzte Fläche in einem Amazonas-Gebiet. (Archivbild von September 2021)

Das Luftbild zeigt eine verbrannte und abgeholzte Fläche in einem Amazonas-Gebiet. (Archivbild von September 2021)

Foto: dpa/Fernando Souza

Die jährliche Abholzung im brasilianischen Amazonas hat den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht. Wie aus offiziellen Daten hervorgeht, die am Donnerstag veröffentlicht wurden, stieg die Abholzung im Vergleich zum vorherigen Jahreszeitraum im Zeitraum August 2020 bis Juli 2021 um 22 Prozent. Das Beobachtungssystem Prodes des nationalen Instituts für Weltraumforschung verzeichnete einen Verlust von Regenwaldfläche im Umfang von 13.235 Quadratkilometern. Das entspräche einer Fläche von 4.000 aneinandergelegten Central Parks.

Vor dem Amtsantritt des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro im Januar 2019 hatte die jährliche Abholzung mehr als zehn Jahre lang nie mehr als 10.000 Quadratkilometer betragen. Zwischen 2009 und 2018 war die durchschnittliche Abholzungsfläche pro Jahr 6500 Quadratkilometer groß. Seitdem ist der jährliche Durchschnitt auf 11.405 Quadratkilometer gestiegen.

„Es ist eine Schande“, sagte der Exekutivsekretär des Umweltgruppennetzwerks Climate Observatory, Márcio Astrini, der Nachrichtenagentur AP. „Es ist ein Verbrechen. Wir erleben, wie der Amazonas-Regenwald von einer Regierung zerstört wird, die Umweltzerstörung zu ihrer öffentlichen Politik gemacht hat.“

Bolsonaro hatte beim Amtsantritt versprochen, den Amazonas zu erschließen. Bei einer Konferenz in den Vereinigten Arabischen Emiraten sagte Bolsonaro in dieser Woche, Attacken auf Brasilien wegen der Abholzung seien unfair. Der Großteil des Amazonas sei unberührt.

Das brasilianische Umweltministerium reagierte nicht direkt auf eine E-Mail der AP mit der Bitte um einen Kommentar zu den Daten von Prodes.

(peng/dpa)