Kamerafrau kam ums Leben Videoaufnahmen zeigen Alec Baldwin nach tödlichem Schuss am Set

Santa Fe · Im Rahmen der Ermittlungen zum tödlichen Zwischenfall am Set des Westerns „Rust“ haben die US-Behörden eine Reihe von Videoaufnahmen veröffentlicht. Sie zeigen auch Schauspieler Alec Baldwin unmittelbar nach dem Unglück.

 Schauspieler Alec Baldwin wird nach dem Tod von Halyna Hutchins auf der Bonanza Creek Ranch in Santa Fe verhört.

Schauspieler Alec Baldwin wird nach dem Tod von Halyna Hutchins auf der Bonanza Creek Ranch in Santa Fe verhört.

Foto: AFP/-

Die Bilder zeigen Sanitäter bei der Behandlung des verletzten Regisseurs, den verzweifelten Waffenmeister und ein Gespräch mit Schauspieler Alec Baldwin, kurz nachdem sich ein Schuss aus seiner Waffe gelöst und eine Kamerafrau tödlich getroffen hatte.

Auf einer Ranch am Rande von Santa Fe richtete Baldwin am 21. Oktober 2021 eine Waffe auf die Kamerafrau Halyna Hutchins, als sie losging. Hutchins kam ums Leben, Regisseur Joel Souza wurde von der Kugel ebenfalls getroffen und verletzt. Alle befanden sich zum Zeitpunkt des Schusses in einer kleinen Kirche, um dort eine Szene zu drehen.

In einer Befragung durch zwei Ermittler beschreibt Baldwin, was passierte, wusste zu diesem Zeitpunkt aber offenbar nicht, dass Hutchins ums Leben kam. Er zeigt sich schockiert, als er erfährt, dass er eine mit scharfer Munition geladene Waffe in der Hand hatte. „Ich nehme die Waffe langsam heraus. Ich drehe mich, spanne die Pistole“, beschreibt der Schauspieler die Szene. „Peng, sie geht los. Sie (Hutchins) schlägt auf den Boden. Sie geht zu Boden. Er (Souza) geht schreiend zu Boden.“ Andere Aufnahmen zeigen den Schauspieler in seinem Kostüm, wie er das Ziehen der Waffe übt.

Souza schildert den Zwischenfall in der Notaufnahme eines Krankenhauses, wo er wegen einer Schusswunde behandelt und von den Ermittlern befragt wurde. Er beschreibt „einen sehr lauten Knall, und dann fühlte es sich an, als hätte mir jemand in die Schulter getreten“. Er habe Hutchins gefragt, ob es ihr gut gehe.

In dem Video vom 21. Oktober sagt Baldwin mehrfach, dass es am Set von „Rust“ zuvor keinerlei Probleme mit Schusswaffen gegeben habe. Diese Aussage passt allerdings nicht zu neueren Erkenntnissen der Arbeitsschutzbehörden, die in der vergangenen Woche die höchstmögliche Geldstrafe von fast 137.000 Dollar (128.000 Euro) gegen die Filmproduktionsfirma von „Rust“ verhängten. In einem Bericht wurden Sicherheitsmängel bei den Dreharbeiten gerügt. Die Produktionsleitung habe nach zwei versehentlichen Schüssen kaum Maßnahmen ergriffen, hieß es. Berater vor Ort hätten keine zusätzlichen Schulungen anordnen dürfen, um die Sicherheit für die Mitarbeiter zu verbessern. Die Produktionsfirma deutete an, den Bericht und die Strafe anfechten zu wollen.

Der Sheriff im Landkreis Santa Fe, Adan Mendoza, teilte mit, die Ermittlungen dauerten an. Derzeit werde auf die Ergebnisse der ballistischen und forensischen Analyse der Bundespolizei FBI sowie auf die Untersuchung von Fingerabdrücken und DNA gewartet.

(ahar/dpa)
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