Alaska: Tsunami-Warnung nach starkem Seebeben wieder aufgehoben

Tsunami-Warnung wieder aufgehoben : Starkes Erdbeben vor der Küste Alaskas

Nach einem Seebeben der Stärke 7,9 vor der Küste Alaskas ist eine vorsorglich herausgegebene Tsunami-Warnung wieder aufgehoben worden. Das teilte das Tsunami-Warnzentrum in Palmer in Alaska mit. Zuvor hatten sich in der nächstgelegenen Stadt Menschen auf Anhöhen geflüchtet.

Die Experten des Tsunami-Warnzentrums hatten am Dienstag bereits die Tsunami-Warnung für Hawaii und die US-Westküste aufgehoben. Später wurde auch für die Süd- und Südostküste Alaskas sowie für das kanadische British Columbia Entwarnung gegeben. Die Lage werde aber weiter beobachtet.

Es sei weiterhin nicht auszuschließen, dass das Seebeben vereinzelt Auswirkungen an Land nach sich ziehe. Die Tsunami-Welle werde jedoch den Wasserspiegel um weniger als 30 Zentimeter erhöhen. Davon betroffen sind Ortschaften wie die 6000-Einwohner-Stadt Kodiak und das wenig kleinere Homer sowie Dörfer wie Old Harbor und Yakutat, wo nur wenige Hundert Menschen leben.

Von Opfern oder größeren Schäden nach dem Beben war zunächst nichts bekannt. Der Erdstoß ereignete sich für die Bewohner Alaskas mitten in der Nacht, laut USGS am Dienstag um 0.31 Uhr Ortszeit (10.31 Uhr deutscher Zeit). Das Epizentrum lag der Erdbebenwarte zufolge 280 Kilometer südöstlich von Kodiak im Golf von Alaska. Das Beben ereignete sich neuen Angaben zufolge in 25 Kilometern Tiefe. Auf das Hauptbeben folgten mehrere Nachbeben mit Stärken zwischen 4 und 5.

Anwohner sollten Häuser verlassen

Der US-Wetterdienst warnte daraufhin vor einem potenziell zerstörerischen Tsunami. Die Warnung galt zunächst für die kanadische Provinz Britisch-Kolumbien, den Süden und Südosten Alaskas, die Alaska-Halbinsel und die Inselkette Aleuten. Vorwarnungen wurden für die Küstengebiete der US-Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington ausgegeben. Der Wetterdienst ging davon aus, dass Tsunamiwellen innerhalb von drei Stunden nach dem Beben die Küste an der Grenze zwischen Kanada und den USA erreichen könnten.

Die Polizei der Stadt Kodiak in Alaska rief die Bewohner auf, ihre Häuser zu verlassen und sich auf Anhöhen mindestens 30 Meter über dem Meeresspiegel zu begeben. Hafenmitarbeiter von Kodiak berichteten laut der Polizei von sich zurückziehendem Wasser. Die Behörde rief die Bewohner auf, auf höher gelegenen Gebieten zu bleiben.

Der US-Sender CNN zitierte einen Augenzeugen, der sich zum Zeitpunkt des Bebens auf einem Fischerboot vor Kodiak befand. Er habe für eine Minute ein "ordentliches Schütteln" gespürt, sagte Nathaniel Moore dem Sender. Eine Augenzeugin in Anchorage, Alaska, sagte dem Sender: "Das Beben dauerte sehr lange, es wurde langsam stärker. Es war gruselig." Es sei das längste Beben, das sie jemals gespürt habe, "und ich wurde hier geboren". Außer Rissen in einer Wand seien keine Schäden sichtbar, sagte sie.

Geologisch eine der gefährlichsten Regionen

Das Epizentrum des Bebens lag im sogenannten Pazifischen Feuerring. Dieser Ring rund um den Pazifischen Ozean ist geologisch eine der gefährlichsten Regionen der Erde, weil an ihm verschiedene Platten der Erdkruste aufeinandertreffen. Immer wieder kommt es zu tektonischen Verschiebungen, die Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis zur Folge haben.

Der mehr als 40.000 Kilometer lange "Feuerring" reicht von der süd- und nordamerikanischen Westküste über Alaska, Russland, Japan bis hin nach Südostasien.

(oko / wer)