Saudi-Arabien: Al-Qaida-Zelle mit hundert Mitgliedern ausgehoben

Saudi-Arabien: Al-Qaida-Zelle mit hundert Mitgliedern ausgehoben

Riad (RPO). Schwerer Schlag gegen den internationalen Terrorismus: In Saudi-Arabien ist nach amtlichen Angaben eine Al-Qaida-Zelle mit mehr als hundert Mitgliedern ausgehoben worden. Wie das Innenministerium am Mittwoch in Riad mitteilte, planten die 101 Festgenommenen "terroristische Aktionen".

Zudem wurden demnach zwei Sechsergruppen gefasst, die im Osten des Landes Anschläge gegen Ölanlagen verüben wollten. Unter den Festgenommenen der großen Zelle seien 47 Einheimische, hieß es in der im Fernsehen verlesenen Erklärung. Weitere 51 Festgenommene kämen aus dem Jemen, jeweils einer aus Somalia, Bangladesch und Eritrea.

Im Zusammenhang mit den Festnahmen seien Waffen, Munition, Computer, Handykarten und Unterlagen beschlagnahmt worden. Die ausländischen Mitglieder der Zelle seien unter dem Vorwand der Arbeitssuche oder des Besuchs der heiligen Stätten Mekka und Medina nach Saudi-Arabien gekommen. Zwei Zellenmitglieder hätten Selbstmordanschläge geplant, andere hätten Wirtschaftseinrichtungen und Ordnungskräfte angreifen wollen, erklärte das Innenministerium.

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Die beiden aus elf Saudiarabern und einem Jemeniten bestehenden Sechsergruppen unterhielten den Angaben zufolge Verbindungen zum Al-Qaida-Ableger in Jemen. Sie hätten unabhängig voneinander operiert und Öleinrichtungen im Osten Saudi-Arabiens angreifen wollen. Über Ort und Zeitpunkt der jeweiligen Festnahmen machte das Innenministerium keine Angaben.

Im erzkonservativen Königreich Saudi-Arabien, dem Hauptverbündeten der USA in der Golfregion, haben islamische Extremisten seit 2003 wiederholt Anschläge verübt und dabei mehr als hundert Menschen getötet. Den Sicherheitskräften sind in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben mehrere schwere Schläge gegen Terrorverdächtige gelungen. Al-Qaida-Leute hätten danach Zuflucht im Jemen gefunden, von wo aus Mitglieder des Netzwerks immer wieder nach Saudi-Arabien kämen.

(AFP/felt)