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Korean Air: Airline-Managerin tritt nach "Nuss-Affäre" zurück

Korean Air : Airline-Managerin tritt nach "Nuss-Affäre" zurück

Die 40-Jährige Managerin Cho Hyun Ah ist nach einer Affäre um eine Tüte Nüsse zurückgetreten. Die Tochter des Firmenchefs hatte bei einem Flug von New York nach Seoul selbst für eine Verspätung gesorgt, weil sie sich vom Bordpersonal falsch bedient fühlte.

Cho Hyun Ah sorgte Berichten zufolge dafür, dass die Leitung des Kabinenpersonals wegen schlechten Services die Maschine verlassen musste, nachdem diese bereits startbereit gewesen war. Pikant: Cho ist als Vizepräsidentin des Unternehmens selbst für den Kabinenservice von Korean Air zuständig. Angesichts öffentlicher Kritik trat die 40-Jährige am Dienstag zurück.

Das Kabinenpersonal der Fluggesellschaft muss Reisende in der Ersten Klasse fragen, ob sie Nüsse wünschen. Die Nüsse hätten auf einem Teller angeboten werden müssen. Sie wurden aber in einer Tüte gebracht. Für Cho war das Anlass genug, die bedienende Stewardess des Flugzeugs zu verweisen und die weiteren Fluggäste so warten zu lassen.

Wie die Tageszeitung "Segye Ilbo" berichtete, war der Flug von New York ins südkoreanische Incheon unterwegs, konnte durch den Zwischenfall erst 20 Minuten später als geplant abheben. Die Maschine habe wegen des Vorfalls zum Gate zurückkehren müssen. Die Fluggesellschaft Korean Air bestätigte, dass Flug 86 am 5. Dezember Verspätung am New Yorker John-F.-Kennedy-Flughafen gehabt habe. Die Entscheidung, das Crewmitglied von Bord des Flugzeugs zu schicken, sei aber vom Kapitän getroffen worden, hieß es.

Der Vorfall sorgte in Südkorea für Empörung. Er wurde als Beispiel für überhebliches Verhalten von Kindern der reichen Elite des Landes angesehen. Die südkoreanische Wirtschaft wird von familienkontrollierten Großkonzernen dominiert. Familienmitglieder üben häufig größeren Einfluss auf Firmen aus, als Aktionäre und Führungskräfte, die nicht mit der Gründerfamilie verwandt sind. Der Cho-Familie gehören rund zehn Prozent der Fluggesellschaft Korean Air.

Die südkoreanische Regierung kündigte an, zu überprüfen, ob Cho Hyun Ah gegen Sicherheitsgesetze verstoßen habe. In seinem solchen Fall könnten der 40-Jährigen Tochter von Firmenchef Cho Yang Ho rechtliche Schritte drohen. Die Bürgerorganisation People's Solidarity for Participatory Democracy kündigte an, bei der Staatsanwaltschaft eine Beschwerde gegen Cho einzureichen.

Die Airline bat die Passagiere des Fluges am Dienstag für die Verspätung um Entschuldigung, entschuldigte jedoch auch das Verhalten Chos. Das Unternehmen sagte, es sei für Cho "natürlich" gewesen, dass sie an der Ignoranz der Crew gegenüber dem Prozedere etwas auszusetzen gehabt habe.

Korean Air teilte mit, es werde Crewmitglieder fortan noch stärker im Kundenservice und in der Sicherheit schulen. Cho selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

(ap)