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Ärmelkanal: Junger Migrant aus dem Sudan bei Überquerung ums Leben gekommen

Über Ärmelkanal nach England : Junger Migrant aus dem Sudan tot an französische Kanalküste gespült

Auf dem Ärmelkanal ist ein 16-jähriger Migrant bei dem Versuch ums Leben gekommen, nach Großbritannien überzusetzen. Die Leiche des jungen Sudanesen sei bei Sangatte an den Strand gespült worden, teilte die französische Polizei am Mittwoch mit.

Die Ministerin für Staatsbürgerschaftsfragen, Marlène Schiappa, sprach von einem ungeheuer traurigen Fall und forderte verstärkte Anstrengungen gegen Schmuggler, die aus menschlichem Leid Profit schlügen. Die britische Innenministerin Priti Patel machte „abscheuliche Verbrecherbanden“ für den Tod des Jugendlichen verantwortlich. „Wir sind entschlossen, sie zu stoppen.“

Seit Anfang des Jahres haben mehr als 4000 Migranten versucht, den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien zu überqueren. Allein im August waren es mindestens 650. Französische Einsatzkräfte haben mehr als 150 Menschen aus einem der am stärksten befahrenen Wasserwege der Welt gerettet. Die britische Luftwaffe patrouilliert über dem Gebiet, bislang ohne rechten Erfolg.

Das Problem hat zu Spannungen zwischen beiden Ländern geführt. Britische Regierungspolitiker haben den Einsatz der Kriegsmarine ins Gespräch gebracht. Menschenrechtler mahnten zur Mäßigung. Der migrationspolitische Sprecher der Labour-Opposition, Nick Thomas-Symonds, warf der Regierung vor, sie agiere ohne Kompetenz und Mitgefühl. Die Direktorin der Organisation Detention Action, Bella Sankey, sagte: „Wir haben Priti Patel wiederholt gewarnt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ihre schädliche Politik, sichere und legale Wege ins Vereinigte Königreich zu verweigern, Menschenleben kosten wird.“

(juw/dpa)